Das Universitätsspital Basel (USB) plant ein weiteres Grossprojekt. Dieses soll unter anderem bei der bevorstehenden Gesamterneuerung des Klinikums 2 die notwendigen Rochadeflächen bieten. Realisiert werden soll das neue Projekt nach den Plänen des Basler Teams Herzog & de Meuron/Rapp. Diese Planergemeinschaft hat den Studienauftrag für den sogenannten Perimeter B auf dem USB-Areal gewonnen, wie die Spitalverantwortlichen am Mittwoch vor den Medien bekanntgaben.

Beim Perimeter B handelt es sich im die letzte bebaubare Landreserve des USB. Das Areal zwischen Klingelbergstrasse und Schanzenstrasse ist Bestandteil des Masterplans Gesundheit und umfasst auch den Spitalgarten. Dieser soll als Herzstück des Spitalareals erhalten bleiben, wie die Verantwortlichen versicherten. Dagegen sollen alte Schwesternhäuser, die im Denkmalschutz-Inventar aufgeführt sind, abgebrochen werden.

Mit 68 Meter hohem Turm

Der Neubau entlang der Schanzenstrasse sieht einen drei- bis viergeschossigen Sockel vor, auf dem ein zwölfstöckiger Turm und ein flacher Pavillon erstellt werden sollen. Geschaffen werden soll so eine Nutzfläche von rund 24'000 m2. Mit voraussichtlich 68 Metern ist der Turm neun Meter höher als der geplante - und umstrittene - Hochbau des Klinikums 2, aber rund zwei Meter niedriger als jener des nahen Biozentrums.

Der Neubau soll nach dem Bau des Klinikum-2-Turms ab 2025 als weitere Rochadefläche dienen bei der Gesamterneuerung des Klinikums. Ein langfristig nutzbarer Neubau habe sich klar als nachhaltiger erwiesen als Provisorien, sagte USB-Verwaltungsratspräsident Robert-Jan Bumbacher.

Für komplexe ambulante Versorgung

Untergebracht werden sollen im neuen flexibel nutzbaren Gebäudekomplex zudem komplexe ambulante Bereiche wie etwa ein interdisziplinäres Tumorzentrum oder die Nephrologie für die Behandlung von Nierenkranken. Platz bieten soll der Neubau auch für die Labormedizin sowie für die Pathologie und für Lehre und Forschung. Laut dem USB könnte der Perimeter B auch die laufende Suche nach einem neuen Standort für die Universitäre Augenklinik beenden.

Für den Studienauftrag hatten sich zunächst 19 Teams beworben. Sieben Büros wurden zur Teilnahme eingeladen. Für das Projekt von Herzog & de Meuron/Rapp entschied sich die Jury einstimmig. Der Vorschlag dieses Teams habe sowohl in städtebaulicher wie auch in betrieblicher Hinsicht überzeugt, hiess es an der Medienkonferenz.

Vom Neubau erhofft sich das USB laut den Verantwortlichen namentlich auch eine weitere Steigerung seiner Produktivität. Diese sei nötig, damit das USB seine Grossprojekte überhaupt stemmen kann. Diesbezüglich hatte das Universitätsspital durch das Nein in Basel-Stadt zur Fusion mit dem Kantonsspital Baselland einen Rückschlag erlitten.

An seiner Strategie nehme das USB jedoch keine Änderungen vor, sagte Bumbacher. Oberstes Ziel des USB bleibe es, die Grundversorgung der Basler Bevölkerung zu sichern und sich gleichzeitig als führende universitär-medizinische Institution in der Schweiz zu positionieren.

Finanzierbarkeit auf dem Prüfstand

Bis Ende Jahr will der USB-Verwaltungsrat nun die finanzielle Tragbarkeit des Neubaus auf dem Perimeter B vertieft prüfen. Die Gesamtkosten für den Campus Gesundheit sind auf 1,2 Milliarden Franken veranschlagt. Davon entfällt rund ein Viertel auf den neuen Klinikteil.

Laut dem Verwaltungsratspräsidenten verfügt das USB jedoch über eine starke Eigenkapitalbasis. Und die für die Finanzierung von Neubauten massgebliche EBITDA-Marge habe letztes Jahr weiter gesteigert werden können. 2017 hatte sie noch 6,2 Prozent betragen, angestrebt werden 10 Prozent. Über den Rechnungsabschluss 2018 will das USB in zwei Wochen informieren.

Ende 2019 will der Verwaltungsrat sowohl über die Baueingabe für die Gesamterneuerung des Klinikums 2 wie auch über ein Vorprojekt für den Neubau auf dem Perimeter B entscheiden. Mit den Bauarbeiten für das Klinikum 2 soll im dritten Quartal 2020 begonnen werden, für den Perimeter B Ende 2021/ Anfang 2022. Zuvor muss noch der bestehende Bebauungsplan durch den Grossen Rat angepasst werden. Der heutige sieht eine Maximalhöhe von 25 Metern vor.