Eine Welt, in der sich Menschen als Elfen und Orks verkleiden und sich dabei im Bogen- und Armbrustschiessen beweisen? Solche Szenen erinnern vor allem an Filme wie Herr der Ringe. Nun macht sich das Basler Unternehmen «Park of Fantasy» aber daran, genau diese Idee in einer realen Umgebung anzubieten. «Unser grosses Ziel ist es, eine Community zu schaffen, die jegliche Grenzen sprengt und Fantasyfreunde aus der ganzen Welt vereint», sagt Mitgründer Mike Häring.

In Ungarn möchten die Organisatoren zu diesem Zweck ein Areal in einen Fantasy-Park verwandeln. Auf einer ein Hektar grossen Fläche sollen Besucher in Zukunft in Zelten übernachten können. Um die Schlafplätze herum wird ein vollständiges Dorf aufgebaut: In Schnitzwerkstätten stellen Teilnehmer Alltagsgegenstände wie Geschirr aus Holz her, in einer Reitschule erlernen sie den Umgang mit Pferden und der Markt soll für die kulinarische Versorgung sorgen.

Dies und weitere Angebote verwandeln das Gelände in eine fiktive Welt. Die Teilnehmer leisten dazu ihren Beitrag, indem sie sich in verschiedenen Gewändern verkleiden und bestimmte Rollen übernehmen. So soll das Areal von tapferen Kriegern, edlen Damen und zahlreichen magischen Wesen bewohnt werden.

Park of Fantasy Intro

Mit Pfeil und Bogen

Bei den Rollenspielen sind Rätsel und Abenteuer mit Kopf, Kampf und Geschick zu lösen. Eine Spielform nennt sich «Archery Attack».

Zwei Teams kämpfen mit Pfeilbögen gegeneinander, beide mit der Aufgabe, möglichst viele Ziele der gegnerischen Mannschaft zu treffen. Dabei müssen die Spieler darauf achten, nicht von gegnerischen Pfeilen getroffen zu werden.

Begeisterte Interessenten

Die Idee zur Gründung des «Park of Fantasy» entstand zufällig. Gabor Hajnal, ebenfalls Mitgründer des Unternehmens, liess sich während eines Besuches bei Verwandten in Ungarn von deren erworbenem Landstück mitsamt ausgehobenem See inspirieren. Zusammen mit Häring und anderen Fans der Fantasie-Welt konkretisierte er die Idee eines fiktiven Abenteuers. Sie sahen darin ein noch nicht vorhandenes Angebot.

Häring sagt dazu: «Wir wollten eine Abenteuerwelt, in der man nicht nur seinen fiktiven Charakter leben kann, sondern auch mit Gleichgesinnten zusammenkommt.» Die Idee kommt an: So sammelten sich bis heute auf ihrer Facebook-Seite über 11'000 «Likes» an, vornehmlich von Interessenten aus Europa und den USA.

Christian Schlauri, Präsident des Vereins für Aufklärung über Internet und Spielkultur (VAISk), kann dieses Interesse gut nachvollziehen: «Der Mensch entflieht gerne für eine Zeit der Realität und dem Alltag, um ein Abenteuer zu erleben und in eine Fiktion einzutauchen», sagt er.

Auf Geld angewiesen

Mit ihrem Park möchten die Gründer vornehmlich Begeisterte der Fantasie-Welt ansprechen, die ihr Hobby bereits via Computer auslebten. Diese Zielgruppe unterstützt auch das Projekt mit finanziellen Spenden. Zum Start ist das Unternehmen auf 320'000 Franken angewiesen. Dazu lancierten sie ein Crowdfunding.

Das Geld wird zunächst für die erste Bauphase benötigt, die bereits in diesem Jahr beginnen soll. Der Zeitplan der Organisatoren geht aber weiter in die Zukunft. Häring sagt dazu: «Falls der Betrieb positiv läuft, sollen ab 2019 Besucher auch Ferienhäuser mieten können.»

Geplant ist jedoch vorerst, dass die ersten Teilnehmer im August 2017 in die ersten Zelte des Areals einziehen können.