Das Ziel ist klar: Die Unterstützung für das Ozeanium, über das am 19. Mai abgestimmt wird, soll möglichst breit wirken. Dafür ziehen SP-Grossrätin und Gewerkschafterin Toya Krummenacher und FDP-Grossrat Mark Eichner, Gastronom und Hotelier Raphael Wyniger und Biologin Ila Geigenfeind schon mal an einem Strang.

Sie alle besetzen verschiedene Rollen und werfen unterschiedliche Argumente ins Feld. Die Biologinnen Krummenacher und Geigenfeind unterstrichen die Bedeutung des Ozeaniums für den Natur- und Umweltschutz. Für die SP-Grossrätin passt das Zolli-Projekt in die Zeit der Klimastreiks. «Es braucht mehr Bewusstsein für den Umweltschutz und im Speziellen für die Meere.» Und für dieses Bewusstsein brauche es Kenntnisse, für die der Zolli über Wissensvermittlung, Begeisterung und Emotionen sorgen könne.

Dass digitale Medien und Tierdokumentationen für eine ebenbürtige Sensibilisierung gerade bei Kindern sorgen können, wie es Ozeanium-Kritiker behaupten, sei falsch, meint Geigenfeind. «Das echte Erleben können Bildschirme nicht ersetzen.» Für Raphael Wyniger würde das Ozeanium die Attraktivität der Stadt Basel als Tourismus-, Kultur- und Bildungsstandort stärken. Architekt Renato Mösch lobte die Architektur des Ozeaniums und würdigte dessen städtebauliche Bedeutung für die Heuwaage und deren brachliegendes Potenzial.

Genauso engagiert wie die Befürworter ihre eigenen Argumente vortrugen, versuchten sie, die Kritik der Gegner zu entkräften. Diese würden mit Falschaussagen auf Stimmenfang gehen, in dem sie etwa behaupten, dass beim Transport 80 Prozent der Tiere sterben würden. «Sie verleugnen den Unterschied zwischen einem wissenschaftlich geführten Zoo und dem Handel für die Hobbyaquaristik, wo es tatsächlich Missstände geben kann», monierte Schäfer.

Im Befürworter-Komitee gibt es aber auch kritische Stimmen gegenüber dem Zolli. Franz-Xaver Leuthardt, Mitinhaber der Krafft Gruppe, der wie viele andere Basler Persönlichkeiten von einem Plakat der Ozeanium-Befürworter lacht, wünscht sich vom Zolli eine noch stärkere Sensibilisierung der Besucher für den Artenschutz. Der Zolli unternehme dafür weniger, als er vorgebe. «Der Zolli muss das Ozeanium auch als Weiterentwicklung für sich selber sehen.»