Das Bollwerk oberhalb des Paddy Reilly’s Pub bei der Heuwaage ist bei Jugendlichen ein beliebter Treffpunkt, mit allen negativen Begleiterscheinungen: Lärm, Littering, Drogen- und Gewaltdelikte gehören in der warmen Jahreszeit zum Tagesgeschäft. Ein Anwohner sagt, dass sich im Sommer regelmässig mehrere Dutzend Jugendliche und «dubiose Gestalten» auf der ehemaligen Stadtmauer tummeln. «In regelmässigen Abständen muss die Polizei ausrücken und für Ordnung sorgen», so der Anwohner, der anonym bleiben möchte.

Bessere «soziale Kontrolle»

Diesem Missstand versuchen die Behörden nun mit einem bewährten Konzept entgegenzutreten: Einer Buvette, die zur «Durchmischung der Nutzergruppen» beitragen soll und dadurch «zu einer gewissen sozialen Kontrolle führt», wie Polizeisprecher Andreas Knuchel über die bereits bestehenden Buvetten am Rhein sagt. Als eigentlicher «Brennpunkt» könne das Bollwerk aus polizeilicher Sicht hingegen nicht bezeichnet werden. «Die Kantonspolizei bedient diese Örtlichkeit wie andere beliebte Treffpunkte auch», sagt Knuchel.

Bewilligung als Pilot-Projekt

Entsprechend wurde das Bollwerk auch im 2011 von der Regierung erarbeiteten Buvetten-Konzept nicht als möglicher Standort berücksichtigt. «Die Bollwerk-Buvette ist auf die Initiative einer Privatperson zurückzuführen. Das Gesuch ist eingereicht, aber noch nicht bewilligt», sagt Tiefbauamt-Sprecher André Frauchiger. Grundsätzlich sei es das Ziel , dass jede Buvette ihren eigenen Charakter habe und das kulinarische Angebot interessant sei. «Subventionen sind für Buvetten nicht vorgesehen, auch wenn sie einen wichtigen Teil zur Aufwertung beitragen», sagt Frauchiger weiter.

Eröffnung bereits Anfang Juni

Initiiert wurde die Bollwerk-Buvette von Roger Greiner, der bereits das Studentencafé Bologna führt. «Es ist ein wunderbarer Platz mit herrlichen Sonnenuntergängen und durch die zentrale Lage ist eine Buvette auch für den Mittagsbetrieb interessant», so Greiner. 60 Sitzplätze werden zur Verfügung stehen, serviert werden regionales Essen und lokale Biere von Klein- und Kleinstbrauereien. «Wenn es keine Einsprachen gibt, möchten wir bereits Anfang Juni loslegen und während vier Monaten Erfahrungen sammeln. Danach werden wir uns für eine Fünfjahres-Bewilligung bewerben.»

Weil das Bollwerk von der Stadt nicht als offizieller Buvetten-Standort vorgesehen war, seien die nötigen Abklärungen sehr zeitaufwendig gewesen. «Wir mussten alle Vorabklärungen, die normalerweise die Behörden tätigen, selber machen – aber die Zusammenarbeit mit der Stadt war ausgezeichnet, wir haben gemerkt, dass unser Projekt gut ankommt.»

Florierendes Mittagsgeschäft

Der Initiant geht davon aus, dass es keine Einsprachen geben werde. «Es gibt an diesem Ort kaum Anwohner – das ist ein Vorteil. Dafür haben unsere Abklärungen gezeigt, dass es im Umkreis von 10 Minuten Gehdistanz rund 3500 Arbeitsplätze gibt. Das sind über den Mittag oder nach Feierabend unsere potentiellen Gäste. Und mit Öffnungszeiten bis 23 Uhr werden wir auch ein idealer Platz sein für einen Drink vor dem Ausgang.»