Die altehrwürdige Melodie ist schon von weit her zu hören. Die Rösslirytti hat auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Das Velofahren auf der Strasse vor ihr hat etwas von einem Slalomlauf. Kinder auf Trottinetts und Laufvelos wackeln in der Gegend herum, Jogger versuchen, im Getümmel ja nicht an Tempo zu verlieren, während vereinzelt Senioren gemütlich mit Rollatoren spazieren und genüsslich das wilde Treiben beobachten.

Vis-à-vis werden mit Decken die besten Plätze auf dem Rasen reserviert. Es wird voller Elan Frisbee, Badminton, Fussball und Kubb gespielt. Wer es eher gemütlicher mag, spielt Karten oder blickt auf der Hügelkante sitzend in die Frühlingssonne. «It’s beautiful here», schwärmt ein Mann im besten britischen Akzent. Mit Familie und Freunden durchquerte er zuerst die Merian Gärten mit den bereits «wunderbar blühenden Blumen». Auch eine Glace hat es schon gegeben, verrät die übermütige Tochter.

Schlange stehen beim Minigolf

Wenn es im Park im Grünen ein klares Indiz für den Frühlingsaufakt gibt, dann der, dass der Maroni-Mann zum Glacé-Mann wurde. Vor ihm stehen die Schleckmäuler in einer meterlangen Schlange. Davon sind jene in der Blechkolonne auf dem Parkplatz noch weit entfernt. Die Nachfrage nach Parklücken übersteigt das Angebot bei weitem. Fahrzeuge aus Solothurn, dem Aargau, Schaffhausen, Lörrach und sogar aus dem Elsass stehen in der Kolonne bis auf die Baselstrasse hinaus. Es wird gehupt und wild gestikuliert. Das Erholen im Park will verdient sein.

Davon kann Ursula Rotzler, die die Minigolfanlage mitbetreut, ein Liedchen singen. Um für den Ansturm gewappnet zu sein, spitzt sie nochmals die Bleistifte, mit denen die Punktzahlen notiert werden. Den ersten Engpass gebe es aber bei den Schlägern. «Wenn es da keine mehr hat, was an einem solchen Wochenende schon mal passieren kann, heisst das, dass man auch bei den Bahnen warten muss.»

Für den Noah (7), der mit seinem Zwillingsbruder Joel und seinen Grosseltern am Spielen ist, ist das Warten nicht immer einfach. Während sein Grossvater noch auf der Bahn fünf abschlägt, hat sich Noah bereits auf der Bahn sechs denn Ball zurechtgelegt. «Ein Einer», ruft er euphorisch.

Das Grossmami geniesst die Zeit mit den Enkeln, auch wenn sie beim Minigolf geschlagen wird. «Bei diesem Wetter muss man doch einfach raus. Und die Grün 80 ist einfach perfekt mit Kindern.» Minigolf, Spielplatz, das Beobachten der Tiere in den Teichen und natürlich der Dinosaurier würden zu jedem Besuch dazugehören.

Bis zu 7000 Besucher

Doch das Wohlgefühl muss man sich an diesem Wochenende teilen. Auf dem Spielplatz stehen sich die Kinder auf den Füssen herum. «Auf welches Bänkli wollen wir sitzen?», fragt ein Junge seine Mutter achselzuckend. Hinten beim Bächlein ist jede Feuerstelle besetzt. Erfahrungswerte zeigen, dass an solch schönen Frühlingstagen zwischen 4000 und 5000 Besucher in den Park im Grünen kommen, erklärt Nadine Kunz von der Migros Basel.

«An einem aussergewöhnlichen Tag, wenn es zum Beispiel lange nicht schön war, können es auch mal 6000 oder 7000 Besucher sein.» Der Park könne die Menschenmassen gut schlucken. «Er funktioniert wie ein Spinnennetz. Es hat unzählige Eingänge und er ist mit dem Auto, Velo, dem öV oder zu Fuss bestens erreichbar.» Für die Wildtiere sei der Ansturm kein Problem, versichert Nadine Kunz. «Sie können sich hier sehr gut zurückziehen und haben sich die Grün 80 ja auch bewusst als ihren Lebensort ausgesucht. Die Tiere sind sich die Menschen gewohnt.»

Davon profitiert der Tierfotograf, der am Samstag am hinteren Teich zwischen den Sträuchern auf das perfekte Sujet wartet. Dass es zurzeit wenig Enten hat, liege nicht an den Menschen, sondern eher an den frechen Nilgänsen, die sich im Park im Grünen in den letzten Jahren ausgebreitet haben.