Am Sonntag tritt der FC Basel auswärts in Luzern zum nächsten Ligaspiel an. Spannender ist aber, was zuhause im Stadion St. Jakob-Park passiert – oder besser gesagt, was mit dem Stadion passiert. Der FC Basel erwägt den Kauf des Joggeli. Das schreibt heute die «Basler Zeitung».

FCB-Präsident Bernhard Burgener soll bereits erste Gespräche mit Vertretern der Stadiongenossenschaft geführt haben, berichten «gut unterrichtete Quellen». Eine offizielle Anfrage stehe noch aus. Auf Anfrage schweigt der FCB, dementiert die Gerüchte aber nicht.

Es ist eine Stange Geld, die der FCB für den Kauf aufbringen müsste. Er will der Genossenschaft das Stadion ohne Shoppingcenter und ohne Altersresidenz abkaufen. Das kostet den Verein geschätzte 100 bis 120 Millionen Franken. Die Kosten alleine stemmen wird der FCB nicht. Er erhält wohl Unterstützung von Mäzenen. Nur so lohnt sich die Rechnung.

Mit einem Kauf des Stadion spart der Verein die Mietkosten, die sich auf jährlich vier bis sechs Millionen Franken belaufen. Er hätte freie Hand bei der Umgestaltung des Stadions, könnte so den eigenen wirtschaftlichen Bedürfnissen nachkommen und gleichzeitig den zahlenden Fans ein optimales Stadion bieten.

Und auch die Genossenschaft würde wohl profitieren. Denn bald stehen Sanierungsarbeiten an, die momentan von der Genossenschaft berappt werden müssten.

Der Kauf hat aber auch eine politische Dimension. Bernhard Burgener wäre auf den Goodwill der beiden Basel angewiesen, denn im Vorstand sitzen einige Vertreter, die die Interessen der beiden Kantone Basel-Stadt und Baselland wahren. Zudem ist der Boden, auf dem das Stadion steht, in kantonalem Besitz. Der Vorstand tagt am 10. Dezember das nächste Mal offiziell.

Das letzte Wort haben aber die rund 900 Genossenschafter. Sie sind die letzte Instanz, die einem Verkauf zustimmen müssen. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Genossenschafts-Vorstand, die Politik und der FC Basel finden.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der FC Basel einen Kauf des Stadions überlegt. Schon kurz nach Stadioneröffnung wollte der damalige FCB-Präsident René C. Jäggi, damals mit Unterstützung des damaligen UBS-Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel, das Stadion kaufen. Der Vorstand der Genossenschaft blockte aber ab.