Peter Faé ist eine schillernde Figur im regionalen Fussball. Der Sportchef und Mäzen des FC Black Stars gilt als launisch. Das musste auch der ehemalige Trainer des 1.-Ligisten Benjamin Huggel erfahren, der 2016 fristlos entlassen wurde. Das Ganze mündete in einem Rechtsstreit, der bis vor Bundesgericht führte – mit besserem Ende für Huggel, dem knapp 40'000 Franken Schadenersatz zugesprochen wurden.

Heute steht Faé wieder vor Gericht. Dieses Mal muss er sich in seiner Rolle als Immobilienmakler verantworten. Es geht um die Provision von 75'000 Franken, die Faé für die Vermittlung der Immobilie an der Pfeffingerstrasse 85 in Basel eingesackt hat. Faé findet: zu Recht. «Ich habe Hunderte Stunden investiert. Es ist ganz normal, dass ich als Immobilienmakler eine Provision bekomme.» Unter anderem habe er die Frau beraten, wie sie ihre anderen Häuser in Belp und Pratteln verkaufen könne.

Wichtige Punkte nicht geklärt

Faé sieht sich nun einer Frau gegenüber, mit der er bis unlängst eine Freundschaft pflegte. Mit der Prattler Pfarrerin hatte er 2016 Bekanntschaft gemacht. Sie suchte ein Haus, er zeigte ihr verschiedene Objekte und die Pfarrerin signalisierte, dass sie an der Liegenschaft der Immro AG an der Pfeffingerstrasse interessiert sei. Gegen Weihnachten 2016 seien die Verhandlungen betreffend des Verkaufs weit fortgeschritten gewesen, doch wichtige Punkte waren nicht geklärt – unter anderem der Kaufpreis. Auch war die künftige Eigentümerin den Mieterinnen und Mietern an der Pfeffingerstrasse 85 nicht vorgestellt worden.

Trotzdem forderte Peter Faé von der Pfarrerin, dass sie bereits einen Geldbetrag auf das Konto eines Treuhandbüros überweise. Das tat sie in der Annahme, dass die 75'000 Franken eine Anzahlung an das Haus sei. Allerdings, so der Vorwurf der Klägerin, habe Faé das Geld selber benutzt – unter anderem, um 50'000 Franken Schulden bei einem anderen Geschäftspartner zu begleichen, um seinen eigenen Lohn zu zahlen sowie den Mietzins seines Büros zu begleichen.

In diesem Fall, so Faé, sei er das Opfer und nicht der Täter. Er sagt, er werde beweisen können, dass ihm ein Maklerhonorar versprochen worden sei – auch wenn diese nicht im Kaufvertrag für das Haus enthalten sei. Vor allem aber sei er persönlich enttäuscht von der Frau, mit der er auch privat viel Zeit verbracht habe. Keinen Aufwand habe er gescheut, habe sie zum Häuserkauf und -verkauf beraten und sei mit ihr zur Bank gegangen – dies alles, um nun von ihr vor Gericht gezerrt zu werden.