Alarm am Euro-Airport (EAP): Weil die französische Grenzpolizei und die Soldaten, die ihm Rahmen der Terrorabwehr patroullieren, einen Anschlag vermuteten, wurden drei Hallen des binationalen Flughafens evakuiert, berichteten die elsässischen Tageszeitungen. EAP-Mediensprecherin Vivienne Gaskell bestätigte gegenüber der bz die Berichte. Der Zwischenfall ereignete sich am Dienstagmorgen zwischen 8.25 Uhr und 10.10 Uhr, wenn am Flughafen grosser Andrang herrscht.

Den Beamten war das verdächtige Verhalten von Reisenden aufgefallen, die an einem Schalter in der Halle 4 im vierten Stock, in der das Boarding vonstatten geht, einen Wagen mit ihrem Gepäck abgestellt hatten. Wie auf einer Überwachungskamera zu sehen war, sind sie sofort danach wieder verschwunden.

Sprengstoffexperten im Einsatz

Polizei und Militär richteten daraufhin einen Sicherheitsradius ein und evakuierten die Hallen 2, 3 und 4. Die Hallen 2 und 3 befinden sich auf der Abflugebene im dritten Stock. Ausserdem wurden Sprengstoffexperten zur Hilfe gerufen. Sie waren gerade dabei, das Gepäck unschädlich zu machen, als die Eigentümer auftauchten.

Es handelte sich um zwei Rumänen. Sie erklärten, sie seien nach Basel gefahren, um dort bei einem Wechselschalter, der Überweisungen aus dem und ins Ausland anbietet, Geld abzuheben. Der Grund war, dass sie nicht genügend dabei hatten, um auf dem EAP ihr Ticket nach London zu kaufen.

Laut EAP konnten die Aktivitäten auf dem Flughafen um 10.10 Uhr wieder normal aufgenommen werden. Von dem Zwischenfall waren insgesamt zwölf Flüge betroffen. Es handelte sich um Sofia, Antalya, Tel Aviv-Yafo, Frankfurt, London Heathrow, Barcelona, Kopenhagen, Budapest, Brindisi und zweimal Palma.

Gaskell schreibt: «Sie haben sich alle verspätet. Die Abflüge waren in dem Zeitfenster 9.30 bis 11.30 Uhr programmiert.» Das führte schliesslich zu Verspätungen von 10 bis 40 Minuten, bei einem Flug von bis zu einer Stunde. 

Die französische Polizei teilte mit, dass die beiden Rumänen gegen mehrere Bestimmungen verstossen haben. Ihnen droht eine Busse von 750 Euro.

Die EAP-Mediensprecherin kommentiert: «Diese Art von Ereignis mit Evakuierung und Absperrung ist allerdings selten. Es gibt immer wieder herrenlose Gepäckstücke. Die Besitzer werden aber meistens schnell identifiziert.»

Das war auch vor kurzem der Fall: Mitte Juni war es an einem Samstagvormittag zu einer kurzfristigen Teilschliessung des EAP gekommen, weil sich vor der Halle 4 ein verdächtiger Gegenstand befand. Vor dem Eingang bildete sich eine lange Warteschlange. Der Gegenstand erwies sich allerdings schon bald als harmlos und der Flughafen wurde wieder ganz geöffnet.

Einmal Notlandung, einmal Bombendrohung 

Andere Zwischenfälle sind schon länger her und gingen nicht auf Ereignisse im EAP selbst zurück, hatte aber Auswirkungen dort. So musste Ende Februar 2012 eine Maschine der Air France notfallmässig zwischenlanden. Sie befand sich auf dem Weg von Paris nach Tel Aviv. Im Flugzeug war ein Piepsen zu hören gewesen. Der EAP wurde eine Stunde gesperrt. Das Geräusch entpuppte sich später als Weckruf eines nicht ausgeschalteten Handys.

Im Juli 2016 gab es eine telefonische Bombendrohung gegen ein Flugzeug von Wizz Air, das von Tuzla in Bosnien-Herzegowina zum EAP flog. Das Flugzeug wurde dort isoliert und erfolglos durchsucht. Auch die nochmalige Kontrolle der Passagiere, die in den Terminal gebracht wurden, ergab nichts. Die Maschine macht sich mit drei Stunden Verspätung auf den Rückflug.