Glücklicherweise funktionierte die Sicherung des Elektrobusses einwandfrei und schaltete die Stromzufuhr für den Computer ab. «Zu keinem Zeitpunkt des Zwischenfalls bestand Gefahr», betont BVB-Sprecherin Sonja Körkel.

Der Ausfall des Bordrechners habe nichts mit dem Elektroantrieb des Busses zu tun, sagt Körkel – dieser funktioniere bisher wie geplant. Beim defekten Computer handle es sich um ein neuartiges Einzelstück, welches aktuell im E-Bus getestet werde. Der defekte Bordrechner wurde von der Herstellerfirma auf Garantie ersetzt, und der Bus ist bereits wieder im Einsatz.

Allerdings ist dies nicht das einzige Problem im Zusammenhang mit dem 18 Meter langen Citea SLFA-181 aus Holland, wie Recherchen zeigen. Der 800'000 Franken teure Elektro-Gelenkbus hat einen deutlich höheren Kurvenradius als beispielsweise die bisherigen Citaro Euro VI-Busse der BVB. Entsprechend ist noch nicht klar, ob er überhaupt auf allen Linien eingesetzt werden kann. «Welche Auswirkungen sich auf den operativen Betrieb ergeben und welche technischen Anpassungen noch vorgenommen werden können, evaluieren wir aktuell», so Körkel.

«Positive Zwischenbilanz»

In seinem ersten Monat war der Bus auf den Linien 30 und 50 und für Schulungszwecke in der BVB-internen Fahrschule im Einsatz. Eine erste Zwischenbilanz fällt für die BVB trotz der jüngsten Panne positiv aus: «Vom 8. bis 27. Februar hat der Bus 2753 Kilometer zurückgelegt und dabei gesamt 3854 kWh Strom verbracht.» Der aktuelle Stromverbrauch befinde sich bei 1,4 kWh pro Kilometer je nach Temperatur, Fahrstrecke und der Anzahl Passagiere im Elektrobus.

Die Panne beim E-Bus kommt für die BVB zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Elektrobus ist momentan das Prestigeprojekt des seit längerem krisengeschüttelten öV-Unternehmens. Mit ihm wollen die BVB den Grundstein für die Elektrifizierung ihrer Busflotte legen. In den kommenden Jahren sollen in zwei Tranchen über 100 Busse ersetzt werden. Spätestens in acht Jahren muss dann der komplette Fahrzeugpark der BVB aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Deshalb hat der BVB-Verwaltungsrat entschieden, voll auf die Karte Elektro zu setzen. Ein entsprechender Ratschlag für die Finanzierung soll dem Basler Parlament nächstes Jahr vorgelegt werden.