Kraft und Eleganz in perfekter Manier vereint. Beim Zirkusfestival «Young Stage» erzählen 40 Artisten aus neun Nationen poetische Geschichten. Die Zirkuskünstler möchten Publikum und Jury mit tänzerischen, musischen und theatralischen Komponenten in ihren Darbietungen überzeugen. Weder Tiere, Sägemehl, noch die klassische Zirkusmusik spielen beim Young Stage eine Rolle. «Der zeitgenössische Zirkus findet selten noch in Manegen, sondern auf Theaterbühnen oder im Freien statt», sagt Nadja Hauser, Festivaldirektorin und Produzentin.

Fünf Vorstellungen werden auf einer rund 100 Quadratmeter grossen Bühne im «Das Zelt - Chapiteau Post Finance» auf der Rosentalanlage performt. 431 Bewerbungen aus 54 Nationen seien gemäss Hauser eingegangen. «Wir wurden regelrecht überschwemmt. Das zeigt, wie bekannt und begehrt unser Festival ist.»

Auch Adrian Steiner, Direktor von «Das Zelt» und ehemaliger Profiartist, freut sich auf die achte Ausgabe: «Das ist eine tolle Sache für Basel, weil Artisten aus der ganzen Welt eingekauft werden.» Dabei zählen die Veranstalter auf Unterstützung von verschiedenen Institutionen. «Nichts geht ohne Partner», so Hauser. Auch die bz ist Medienpartner von Young Stage.

Circus Jobbörse

Das «Young Stage International Circus Festival» ist vor allem ein Sprungbrett für Profiartisten unter 27 Jahren. Zirkusdirektoren, Regisseure, Produzenten und weitere Fachleute suchen den kreativen Austausch mit den Artisten. Moderne Artistikschulen, wie es sie in Frankreich und Kanada gibt, bilden ihre Schüler enorm breit aus. Tanz, Musik, Rhythmus, Theater und Pantomime. In der Schweiz gibt es gemäss Hauser keine entsprechende Ausbildung. Die Plattform des Young Stage ist daher auch für Schweizer Talente eine Riesenchance, Kontakte zu knüpfen.

Zwei Schweizer Acts nehmen am diesjährigen Young Stage teil. Darunter auch der Sieger der SRF-Show «Die grössten Schweizer Talente», Jason Brügger. Mit seiner Darbietung für das Halbfinal, will er nun von Neuem überzeugen. Dieses Festival hat für den Luftakrobaten aus Allschwil einen hohen Stellenwert: «Für mich ist es eine Auszeichnung, daran teilzunehmen.»

Freddy Nock, Extrem-Artist mit unzähligen Einträgen im Guiness Buch der Rekorde, sitzt in der Jury: «Ich schaue in erster Linie auf die Ausstrahlung. In den ersten 30 Sekunden muss man das Publikum überzeugen können.» Für die Artisten geht es dabei um sehr viel. Sie wollen weitere Engagements und Preisgelder gewinnen, und den Traum einer erfolgreichen Artistenkarriere weiter verfolgen. «In den fünfeinhalb Minuten pro Auftritt merkt der Zuschauer, dass es um ihr Leben geht», sagt Hauser.