Vier Regierungsräte, zwei Hochschulleiter, ein Bundesrat und viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft waren am Dienstag an der Grundsteinlegung des neuen Basler Biozentrums zugegen.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann war des Lobes voll für die Region Basel und ihre weltweite Position im Bereich der Life Sciences. Sie sei ein leuchtendes Beispiel für das Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft. Es seien genau diese Projekte mit Blick auf Morgen und Übermorgen, die die Schweiz heute brauche. «Und Basel ist wahrlich der richtige Standort dafür.»

Hat die Region Chancen, den Zuschlag für das Label «Schweizer Innovationspark» zu bekommen? «Selbstverständlich ist die Nordwestschweiz geeignet, ein Teil dieses Parks zu werden», sagte Schneider-Amman am Rande der Feier zu bz. Allerdings liege es an den Kantonen, einen entsprechenden Vorschlag zu machen.

«Im Ausland verkaufe ich die Schweiz als einen einzigen Innovationspark», so Schneider-Ammann. Die Schweiz stehe hier im internationalen Wettbewerb. Er habe kürzlich ein Meeting mit Singapur-Staatschef Tony Tan gehabt. Die Wettbewerbssituation sei spür- und sichtbar gewesen.

EU-Schweiz: Sorgen um Forschung

Deshalb sorgt sich Schneider-Amman auch, dass die Rahmenbedingungen für die Schweizer Hochschulen und die Forschung derzeit «bestenfalls suboptimal» seien. Dies gelte vor allem für die europäische Forschungszusammenarbeit. Dies sei eine Folge der Abstimmung gegen die Masseneinwanderung.

Der Bundesrat strebe deshalb eine frühestmögliche vollständige Assoziierung der Schweiz an das EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 an, intensive Verhandlungen seien im Gang. Der Bundesrat wolle zur Unterstützung von Forschenden in der Schweiz Ersatzmassnahmen erlassen. Damit sollen Lücken geschlossen werden, die sich seit der Sistierung der Verhandlungen mit der EU über Horizon 2020 geöffnet haben.

Der Wermutstropfen beim Biozentrum-Bau: Wegen einer hängigen Einsprache - es reklamiert eine Firma, die bei der Auftragsvergabe den Zuschlag nicht erhielt - dürfte sich der Bau um ein halbes Jahr verzögern, sagte Baudirektor Hans-Peter Wessels. Das komme immer wieder vor. Jetzt werde geprüft, ob es bei der Submission zu Unregelmässigkeiten kam. Werde das Urteil weitergezogen, käme es nicht mehr zu einer aufschiebenden Wirkung.

Das neue Biozentrum auf dem «Schällemätteli» in Basel ersetzt ein Bildungs- und Forschungsgebäude aus dem Jahre 1971. Geplant ist ein 73 Meter hoher Neubau, der 328 Millionen Franken kostet. Die beiden Basel bezahlen je rund 130 Millionen, der Bund beteiligt sich mit 69 Millionen.

So soll das neue Biozentrum aussehen:

So soll das neue Biozentrum aussehen:

Im Neubau werden neben dem Biozentrum auch das Rechenzentrum der Universität, Hörsäle und eine öffentliche Cafeteria untergebracht. 600 Mitarbeitende und rund 800 Studierende werden dort tätig sein. Gemäss den ursprünglichen Plänen soll das Biozentrum den Betrieb im Neubau im Herbst 2017 aufnehmen.

Das rund 40-jährige alte Biozentrum-Gebäude ist stark renovationsbedürftig und kann nicht unter Betrieb saniert werden. Zudem hat sich die Art, wie heute geforscht wird und damit die Anforderungen an die Infrastruktur stark verändert. Nicht zuletzt mangelt es an Vorlesungssälen.

Sabine Pegoraro und Urs Wüthrich hoben in ihren regierungsrätlichen Ansprachen die gute interkantonale Zusammenarbeit hervor. Eine Kopie des Staatsvertrags zwischen den beiden Halbkantonen zum Biozentrum kam unter anderem mit einer Oris-Uhr und einem Ricola-Bonbon in die einzementierte Grundstein-Schatulle.