Noch zehn Tage, dann fährt der erste 3er mit Passagieren ins elsässische Saint-Louis. Mit Clowns, Hot-Dogs und Hüpfburg wird die Verlängerung der Tramlinie am kommenden Wochenende gefeiert. Doch während die BVB-Angestellten bereits seit Wochen in Frankreich Probe fahren, sind die Verträge noch immer nicht alle in trockenen Tüchern. Entsprechend fehlt auch noch die definitive Betriebsbewilligung für die Basler Verkehrsbetriebe.

Konkret sind noch die Anhänge zu den Betriebsverträgen zu unterschreiben. Dies erstaunt einigermassen. Allgemein ist man davon ausgegangen, dass die Angelegenheit relativ schnell erledigt sein dürfte, nachdem die politischen Diskussionen um den umstrittenen Millionen-Beitrag der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) vor zweieinhalb Monaten durch einen endgültigen Entscheid des Basler Parlaments beendet wurden. Offenbar kam es zu Verzögerungen, weil Alain Girny, Präsident des elsässischen Gemeindeverbunds CA3F (Communauté d’Agglomération des Trois Frontières) aus gesundheitlichen Gründen längere Zeit abwesend war.

Verlängerung der BVB-Linie 3 nach Gare de Saint-Louis

Eine Fahrt mit dem 3er-Tram nach Saint-Louis.

Abschluss am Montag geplant

In den Anhängen zu den Betriebsverträgen werden verschiedene Fragen geregelt, etwa zu Betrieb, Infrastruktur oder Sicherheit. Strittige Punkte gibt es dabei offenbar zwar keine mehr, aber dadurch, dass noch nicht alle Details definitiv geregelt sind, wurde auch der umstrittene Betrag von einer Million Euro von den BVB noch nicht an die CA3F überwiesen. Kommenden Montag wollen sich nun Girny, der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels plus die Spitze der BVB Erich Lagler (Direktor) und Kurt Altermatt (Verwaltungsratspräsident ad interim) treffen und die fünf Anhangskomplexe unterzeichnen. «Sobald wir anschliessend die entsprechende Rechnung erhalten haben, werden wir die Zahlung aus dem Budget 2017 auslösen», sagt Benjamin Schmid, Mediensprecher der BVB. «Wir gehen nach wie vor davon aus, dass dies vor der Eröffnung der Verlängerung am 9. Dezember der Fall sein wird.» Man sei bei der Planung immer davon ausgegangen, dass die letzten Unterschriften erst kurz vor der Eröffnung der Tramlinie unter die Verträge gesetzt werden.

Vor allem Regierungsrat Hans-Peter Wessels dürfte mit dem Unterschreiben der Verträge am Montag ein grosser Brocken vom Herzen fallen. Die Frage, wer wann den Franzosen versprochen hatte, dass sich die BVB mit einer Million an der Tramverlängerung beteiligen, hatte fast ein Jahr lang für Schlagzeilen und rote Köpfe gesorgt.

BVB hat Euro-Konto

Die Ironie an der ganzen Geschichte: Als das Millionenversprechen vor gut einem Jahr erstmals bekannt wurde, war ein Euro rund zehn Rappen weniger wert, als aktuell. Unter dem Strich macht das fast 100'000 Franken zusätzlich. Allerdings kommt es immer noch deutlich günstiger, als 2012, zum Zeitpunkt als das Zahlungsversprechen abgegeben wurde. Zudem hat die BVB auch ein Euro-Konto. Bei der Verlängerung der Tramlinie 8 profitierten die Schweizer noch vom Kursverlauf.