Der Wettbewerb unter den Kliniken und Krankenhäusern wird härter: Die kantonalen Spitäler planen den Zusammenschluss, Privatspitäler gehen Kooperationen ein und versuchen, sich in ihren Spezialgebieten zu profilieren.

Das Claraspital hat sich im Bereich der Bauchchirurgie und der Krebstherapie einen guten Namen geschaffen. Doch man müsse sich weiter entwickeln, machte Spitalleiter Peter Eichenberger gestern an der Jahresmedienkonferenz deutlich. Grösse zählt.

So arbeitet das Spital im Kleinbasel unter anderem mit dem Gesundheitszentrum Fricktal und dem Hôpital du Jura mit seinen vier Standorten zusammen. So werden beispielsweise schwere Fälle für die Bauchchirurgie nach Basel überwiesen. In der Gastroenterologie hat das Claraspital in Basel einen Marktanteil von 50 Prozent und in der Onkologie/Radioonkologie einen von 60 Prozent.

Andererseits hat das Claraspital die Orthopädie/Traumatologie (Knochenbrüche etc.) aufgegeben. Vier Ärzte hatten die Kündigung erhalten, konnten aber zum Merian-Iselin-Spital wechseln, mit dem das Claraspital in diesem Bereich zusammenarbeitet. Das frei werdende Pflegepersonal wird in anderen Bereichen (u.a. Gynäkologie) eingesetzt.

Andere Bereiche wie Pneumologie (Lunge) und Kardiologie (Herz) sowie die Brustkorb-Chirurgie ergänzten einander bestens, sagte Eichenberger. So ist seit Jahresbeginn neu James Habicht als Chefarzt für Thorax-Chirurgie tätig.

Hirzbrunnenstrasse: Neubau

Auch äusserlich verändert sich das Claraspital laufend. Der Umbau beim Haupteingang an der Kleinriehenstrasse soll im Oktober vollendet sein. Danach steht ein noch weit grösseres Vorhaben an der Hirzbrunnenstrasse an. Dort entstehen in den kommenden Jahren ein neuer Operationstrakt, die Krebsstation, die Reha-Abteilung (Chrischona-Klinik/Bürgerspital) und die Notfallstation. Wenn keine Einsprachen vorlägen, werde im Juli mit dem Abbruch des bestehenden Gebäudes begonnen. Es wird mit einer Bauzeit von vier Jahren gerechnet. Die beiden Um-und Ausbauten bedeuten eine Investition von 250 Millionen Franken.

Im vergangenen Jahr wurden 10 800 stationäre Patienten behandelt, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Wesentlich stärker ist die Zahl der ambulanten Patienten gestiegen, nämlich um 6,4 Prozent auf 36 500. Dies sei insofern ein Problem, weil die vorgeschriebenen Tarife im Vergleich zu den Kosten zu tief seien. Im Jahresbericht fordert Verwaltungsratspräsident Raymond Cron denn auch, dass eine Neukonzeption der Tarife «überfällig» sei.

Die Jahresrechnung schliesst mit einem Betriebsgewinn von 2,5 Millionen Franken ab, dies bei einem Ertrag von 201 Millionen und einem Aufwand von 203 Millionen. Unter Berücksichtigung ausserordentlicher Abschreibungen im Zusammenhang mit den Bauprojekten resultiert ein Verlust von 1,7 Millionen Franken. Die Beschäftigtenzahl stieg um 2,7 Prozent auf 1157.

Im Vergleich mit 25 anderen Schweizer Spitälern mit Chefarztsystem schneide das Claraspital bezüglich Patientenzufriedenheit überdurchschnittlich ab. Während der vergangenen fünf Jahre habe sich die Zufriedenheit von 87,6 auf 89,5 Prozent erhöht. Verbesserungspotenzial wurde im Bereich Medikation, Patientenidentifikation und Erreichbarkeit festgestellt.