Als die bz Mitte November die Pläne der Baselbieter Baudirektion bekannt machte, war der Aufschrei gross. Die SP-Sektionen Birsfelden und Muttenz lancierten umgehend eine Petition gegen das Vorhaben.

Am Donnerstag wollen die Ortsparteien die Unterschriften anlässlich der Landratssitzung überreichen. Das schrieb am Mittwoch die «Basler Zeitung». Die Zahl der Unterstützer war noch nicht bekannt.

Ebenfalls wird der Birsfelder Gemeinderat und CVP-Landrat Simon Oberbeck einen Vorstoss zur Rheinfelderstrasse einreichen. Er sorgt sich ums Grundwasser. Der Titel seiner Interpellation lautet «Rheinfelderstrasse im Hardwald: Sicher im Havariefall?» Oberbeck will von der Regierung wissen, wie es bei der rund 3,5 Kilometer langen Strasse um den Grundwasserschutz steht und ob eine Sanierung anstehe. Im Gegensatz zur Petition seitens SP steht Oberbeck einem Kapazitätsausbau des Strassenstücks offenbar offen gegenüber.

Strasse als Alternativ-Route

Gemäss den Plänen des Kantons soll der durchschnittlich 21 Meter breite Strassenraum künftig durchgehend vier statt wie heute drei Spuren aufnehmen. Der vorhandene Platz würde dafür ausreichen, sagte Kantonsingenieur Drangu Sehu Ende November in der bz. Er versicherte: «Wir werden keinen einzigen Baum fällen.»

Der Kanton sieht vor, dass die Rheinfelderstrasse als «Überdruckventil» für die chronisch überlastete A2 zu nutzen: Geht auf der nahen Autobahn gar nichts mehr, wäre es möglich, den Verkehr zumindest teilweise auf die Rheinfelderstrasse überzuleiten.

Drohnenflug über den Hardwald

Drohnenflug über den Hardwald.

Genau auf diesen Punkt zielt Oberbeck. Er fragt, ob die Strasse baulich so angepasst werden könne, dass sie durchgehend zwei Spuren pro Fahrtrichtung aufweist? Das dürfte im Interesse von Birsfelden sein. Ist die A2 verstopft, weichen viele Verkehrsteilnehmer auf die Birsfelder Hauptstrasse aus. Stünde die Rheinfelderstrasse als leistungsfähige Alternative bereit, wäre die Gemeinde von Zusatzverkehr befreit – so jedenfalls die Theorie.

Kantonsingenieur Sehu sagte im erwähnten Text Ende November, die zusätzlichen Fahrspuren dienten vor allem der Entflechtung, damit der Verkehr flüssiger fliesse. Vorgesehen seien abschnittsweise separate Abbiege- und Busspuren. Das tönte nicht nach einer neuen Autobahn durch den Hardwald.

Waldeigentümer ist kritisch

Die Rheinfelderstrasse wurde in den 1950er-Jahren gebaut. Sie erschliesst unter anderem den Industriestandort Schweizerhalle. Gemäss Kantonsingenieur muss sie demnächst saniert werden, unter anderem wegen des Grundwasserschutzes. Die Arbeiten könnten laut Baudirektion noch in diesem Jahr beginnen und um 2030 abgeschlossen sein.

Kritisch zum Vorhaben äusserte sich auch die Bürgergemeinde Basel-Stadt. Ihr gehört der Hardwald, den die Rheinfelderstrasse quert. Das Grüne Bündnis fragte im Dezember den Bürgerrat per Interpellation an, ob er Möglichkeiten erkenne, wie sich die Bürgergemeinde als Waldbesitzern gegen den Strassenausbau wehren könnte.