Sogar der Rangierarbeiter wollte ein Erinnerungsfoto von sich und dem lärmigen Ungetüm auf Schienen, und die Lokomotivführer der anderen Züge kurbelten rasch die Fensterscheiben herunter, um den seltenen Gast zu bestaunen. Am Samstag kurz vor Mittag war im Bahnhof SBB der Perron des Gleises 12 voll mit Bahn-Enthusiasten. Ein Nostalgie-Zug war um diese Zeit angekündigt, organisiert von SBB Historic.

Pünktlich fuhr sie dann in den Bahnhof ein, um 11.47 Uhr. Es war eine Dampflokomotive der Reihe Eb 3/5, die in Basel Halt machte. Die Lokomotive trägt den Spitznamen Habersack. Das kommt daher, weil sie ihr Hafer oder Haber – ihre Kohle – immer mit dabei hat. Dieser Typ Lok heisst im Fachjargon Dampf-Tenderlokomotive. Die SBB setze die Eb 3/5 bei Fahrleitungsstörungen ein. Vom Modell gab es 34 Stück, nur zwei sind noch erhalten. 

Die Habersack hat Durst

Nach Ankunft wurde die Lok entkoppelt. Sie verabschiedete sich für rund Dreiviertelstunden, um ihre Wassertanks aufzufüllen und um zu wenden. Um etwa 12.40 Uhr tauchte sie wieder auf, mit lautem Dampfen, Stampfen und Zischen.

Die drei Waggons wurden erneut angekoppelt, dieses Mal auf der anderen Seite – die Fahrt führte jetzt wieder zurück nach Olten, dieses Mal aber über Stein-Säckingen und Brugg. Bei der Hinfahrt hatte das Züglein noch die Hauenstein-Strecke unter die Räder genommen. Kurz vor 13 Uhr war der Spuk vorbei.

Da staunen die anderen Lokführer: Der «Habersack» fährt in Basel ein.

Da staunt der Zugführer in der E-Lok: Die Dampflok «Habersack» fährt in Basel ein.