Bisher war für die unterirdische Verbindung zwischen Bahnhof SBB, Badischem Bahnhof und Bahnhof St. Johann eine Bundesbeteiligung von lediglich 40 Prozent angenommen worden. Durch die Annahme der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur FABI durch das Schweizer Volk im Februar habe sich die Ausgangslage geändert, hiess es am Mittwoch an einer Medienkonferenz.

Die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro und ihr Basler Amtskollege Hans-Peter Wessel sind überzeugt, dass der Bund dereinst für das Herzstück ganz aufkommen wird. Schliesslich handle es sich um ein regionales Projekt von nationaler Bedeutung, das auch über die Landesgrenzen hinaus ausstrahle.

Vorprojekt als Vorleistung

Voraussetzung für die Finanzierung durch den Bund sei jedoch eine Vorleistung durch die Region. Erbringen wollen die beiden Basel diese in Form des Vorprojekts, für dessen Kosten von 29,3 Millionen Franken sie selbst aufkommen wollen.

Damit wollen die beiden Kantone beim Bund ein "starkes Zeichen" setzen für eine zügige Verwirklichung des Herzstücks. Dieses soll ins Strategische Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur des Bundes (STEP) 2030 aufgenommen werden, haben sich die Verantwortlichen zum Ziel gesetzt.

Basel-Stadt und Baselland wollen sich die Kosten für das Vorprojekt im Verhältnis zwei zu eins teilen. Die Vorlage geht nun an die Parlamente beider Kantone. Falls das Referendum ergriffen wird, sollen allfällige Volksabstimmungen 2015 durchgeführt werden.

Ob das Herzstück ins Programm STEP 2030 aufgenommen wird, entscheidet der Bundesrat voraussichtlich 2016. Die eidg. Räte sollen 2018 darüber befinden.

Vorprojekt bis 2019

Im Vorprojekt müssen unter anderem die Anschlüsse des Tunnels bei den bestehenden Bahnhöfen in Höhe und Lage festgelegt werden. Auch die Anzahl, Lage und Gestaltung der Haltestellen mit den nötigen Zugängen und Erschliessungen sind Gegenstand des Vorprojekts, ebenso die Optimierung der gesamten Linienführung.

Aufschluss geben soll das Vorprojekt bis Ende 2019 auch über die Erstellungskosten, dies mit einer Genauigkeit von plus/minus 20 Prozent. Bisher gingen die Schätzungen von zwei Milliarden aus, wovon ein Viertel auf den Ast zum Bahnhof St. Johann fällt, der allenfalls erst später realisiert werden soll.

Das Herzstück bildet laut den Promotoren die Voraussetzung für schnelle und effiziente Durchmesserlinien der trinationalen Region-S-Bahn. Es entflechtet zudem den Regional- vom Fern- und Güterverkehr.