Für die kommenden drei Jahre wird der grosse Musiksaal des Stadt-Casinos wegen des grossen Umbaus und der Erweiterung des Baus geschlossen sein. Für die Spitzenorchester der Stadt heisst das:  Ihnen fehlt in dieser Zeit der wichtigste Aufführungsraum – und ein Proberaum.

Doch es gibt eine Ersatzlösung. Und diese ist, wie sich am Samstag gezeigt hat, eine sehr gute: Das Musical Theater am Riehenring im Kleinbasel. Am Samstag hatten die verscheidenen Orchester und Veranstalter zum Tag der offenen Tür geladen.  Und ein Augen- und Ohrenschein der bz zeigte, trotz einer gehörigen Portion Skepsis: Das funktioniert! Dazu muss man wissen: Ein Musical ist keine Orchesteraufführung. Die Anforderungen an die Akustik eines Saals sind komplett verschieden.

Ohne Frage: Der Raum zeigte sich für das am Samstag zahlreich erschienene Publikum sehr angenehm: Er ist leicht gradiert, das heisst: Gegen hintenansteigend. Und die Akustik kann gesteuert werden: bei sinfonischen, ochestralen Werken wird, auf dezente Art und Weise, etwas Hall erzeugt. Von solchen Feinheiten konnten sich am Samstag hunderte von Besuchern überzeugen.

Und ws sagt die Musikerin dazu? - Soyoung Yoon, Konzertmeisterin des Sinfonieorchesters Basel, strahlt und zeigt sich überrascht über die gute akustische Qualität. Als weltweiter Violinistinnen-Star dürfte sie, was Akustik anbetrifft, höchste Ansprüche stellen.

Das Orchester „La Cetra“ bot eine Kostprobe aus der Spätrenaissance und des Frühbarocks, und hier zeigte sich, dass der Saal sehr „obertönig“ wirkte: Hohe Brillianz, aber wenig Bass. Denkbar ist, dass solches noch gesteuert werden kann: Dank einer ausgetüftelten akustischen Elektronik kann die Klangfarbe in einem gewissen Mass angepasst werden.