Mit dem neuen Zentrum Niederholz beim Bahnhof Niederholz möchte der Gemeinderat von Riehen das Angebot im Niederholzquartier zusätzlich zum Rauracher Zentrum ergänzen und erweitern. In einem Bieterverfahren setzte sich die Kleinbasler St.-Clara-Stiftung durch und fungiert für das Zentrum als Investorin. Dem nötigen Baurechtsvertrag stimmte der Einwohnerrat am Mittwochabend zu. Der Entscheid zugunsten des Vertrags war eindeutig. Ein Diskussionspunkt war aber die Anzahl Parkplätze in der geplanten Autoeinstellhalle.

Zeit für ein politisches Signal

Die Baupläne sehen 77 unterirdische Standplätze vor. Die Mehrheit der zuständigen Sachkommission Publikumsdienste, Behörden und Finanzen (SPBF) bedauerte, dass die vom Kanton maximal zulässigen 85 Parkplätze nicht ausgenutzt werden sollen, erklärte Kommissionspräsident Patrick Huber (CVP). «Das Niederholzquartier leidet bereits heute unter einem hohen Parkplatzdruck und entsprechendem Suchverkehr.»

Absichtserklärungen liegen vor

Die St.-Clara-Stiftung investiert in das viergeschossige Zentrumsgebäude gegen zwölf Millionen Franken. Der vom Einwohnerrat genehmigte Baurechtsvertrag sieht vor, dass die Stiftung Kosten von 530 000 Franken für die Vorleistungen der Gemeinde übernimmt und einen jährlichen Baurechtszins von 168 000 Franken bezahlt. Bereits liegen Absichtserklärungen von Nutzungsinteressenten, aber keine definitiven Zusagen vor.

Sorgen um Mehrverkehr

Ein Detaillist soll das gesamte Erdgeschoss mieten. In den Obergeschossen sind ein Fitnessstudio, Zahnarzt, Kinderarzt, Anwalt und eine Kieferorthopädie geplant. In das gesamte dritte Obergeschoss soll ein Hausarztzentrum einziehen. Doch genau bei Letzterem sieht die FDP ein Risiko, dass dieses nicht zustande kommen könnte, da es im Gebiet schon andere medizinische Angebote gibt. Felix Wehrli (SVP) zeigte sich besorgt über den zusätzlichen Auto- und Lastwagenverkehr. Gemeinderat Christoph Bürgenmeier (LDP) erklärte, dass Details zur Ausgestaltung des Zentrums sowie die Verkehrsführung noch nicht zu Ende diskutiert worden seien.

Neue Begegnungszone

Im Riehen Nord baut die Gemeinde auf einer brachliegenden Fläche hinter dem Schulhaus Hinter Gärten eine Begegnungszone als Zwischennutzung. Vorgesehen sind in einer ersten Etappe die Erschliessung des Geländes sowie eine Wegleitung. Für Unterhaltung sorgen sollen unter anderem eine Spielwiese mit Fussballtoren, Vita-Parcours-Elemente, ein Kletterplatz, eine Spraywand, Sitzbänke und Tische. Dafür sprach der Einwohnerrat 670 000 Franken als Investitionsbetrag und 35 000 Franken als jährliche Unterhaltskosten. Die weitere Entwicklung des Areals soll mit einer Begleitgruppe aus Quartierbewohnern erarbeitet werden.

Als einzige Fraktion wehrte sich die SVP gegen die Freiraumentwicklung. «Wir fragen uns wirklich, ob es das braucht. Zudem sind die Kosten sehr hoch», monierte Peter Mark. Das Entwicklungsprojekt stiess aber grundsätzlich auf ein positives Echo. Anträge für tiefere (LDP) und höhere Unterhaltskosten (SP) wurden abgelehnt.