Zumindest ein Gebäude kennt wohl jedes Kind: Das Novartis-Hochhaus, der markante 17-stöckige Bau im Kleinbasel bei der Dreirosenbrücke. Andere Firmengebäude sind weniger bekannt, etwa das behäbige Ciba-Verwaltungsgebäude an der Klybeckstrasse (heute BASF). Die Kantinen an der Mauer- und Müllheimerstrasse fallen durch ihre feingliedrigen Fassaden auf. Auch ein Parkhaus, wie das am Horburgpark, kann überraschen. Freilich muss man etwas genauer hinschauen, um dessen architektonischen Wert zu erkennen...

10 Objekte auf der Liste

Schon seit Jahren führt die Denkmalpflege des Kantons Basel-Stadt eine Liste der schützenswerten Objekte. Rund 10 Objekte hat es auf dem Klybeckareal. Um Missverständnissen vorzubeugen: Wenn ein Gebäude auf der Inventarliste steht, bedeutet das noch nicht, dass es unter Denkmalschutz steht. «Es heisst lediglich, dass der Denkmalschutz ein Auge darauf geworfen hat, es ist auf dem Radar», sagt Kantonsbaumeister Beat Aeberhard.

Für den Eigentümer hat diese Liste den Charakter eines Frühwarnsystems. Das Inventar werde periodisch revidiert, und es komme immer wieder vor, dass Objekte «aus dem Inventar entlassen» würden. Bei den aktuellen Liegenschaftsbesitzern sei für das architektonische Erbe grosses Verständnis vorhanden. Man könne diese Gebäude auch als ein Geschenk für die Zukunft ansehen, meint Aeberhard, weil mit bestehenden Gebäuden die unvergleichliche Identität eines Ortes weitergeschrieben wird.

Die inventarisierten Gebäude werden im Rahmen der nun folgenden Testplanung genauer geprüft; dies, um «Klarheit über die Sinnhaftigkeit eines möglichen Erhalts» zu gewinnen. Mit einiger Sicherheit dürfte das Novartis-Hochaus stehen bleiben. Was mit dem Haus geschieht, verspricht spannend zu werden. Die zukünftige Nutzung sei aber noch nicht festgelegt, sagt ein Firmensprecher. Sie sei abhängig von der Langzeitplanung des gesamten Areals. Novartis wolle die Gebäudenutzung im Klybeck-Areal optimieren.

Es wird umgezogen

Die an verschiedenen Orten angesiedelten Labor- und Büroarbeitsplätze sollen in dafür geeigneten Gebäuden auf dem Klybeck Areal räumlich zusammengeführt und verdichtet werden. Teilweise sollen Arbeitsplätze in neue und bestehende Gebäude auf dem Areal St. Johann («Campus») verlagert werden. Dadurch würden grosse Bereiche des Areals für die städtebauliche Entwicklung frei.

Die bz stellt nachfolgend einige Objekte vor. Sie sind meist von den Architekten der Basler Firma Suter+ Suter konzipiert. Bauherrin war in allen Fällen die Ciba AG.

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Novartis-Hochhaus

  • Bauzeit: 1962–1967
  • Auf der Inventarliste seit 2008
Das 75 Meter hohe Laborgebäude für biologische Forschung bilde durch seine Funktion eine Ausnahme unter den Basler Hochhäusern der grossen Chemieunternehmen, heisst es in einem Beschrieb der Denkmalpflege. Meist sind in solchen Hochhäusern Teile der Verwaltung untergebracht. Der Bau 125 ist wie eingangs geschildert, städtebaulich dominant. Auch der Eingangsbereich ist eindrücklich und verweise mit seiner Gestaltung und Möblierung auf den Architekten Mies van der Rohe. Auch bei anderen Gebäuden im Quartier stützten sich die Architekten auf den holländischen Architekten, die helle Verkleidung der Längswand (Travertin) und die dunkle von Stützen und Boden (grüner Serpentin) prägen den Raumeindruck. Die 6 Meter hohe Halle im Erdgeschoss öffnet sich – flankiert von zwei Vortragssälen – zum Rhein.

Architekten Suter+Suter, Gruner Ingenieure

Das 75 Meter hohe Laborgebäude für biologische Forschung bilde durch seine Funktion eine Ausnahme unter den Basler Hochhäusern der grossen Chemieunternehmen, heisst es in einem Beschrieb der Denkmalpflege. Meist sind in solchen Hochhäusern Teile der Verwaltung untergebracht. Der Bau 125 ist wie eingangs geschildert, städtebaulich dominant. Auch der Eingangsbereich ist eindrücklich und verweise mit seiner Gestaltung und Möblierung auf den Architekten Mies van der Rohe. Auch bei anderen Gebäuden im Quartier stützten sich die Architekten auf den holländischen Architekten, die helle Verkleidung der Längswand (Travertin) und die dunkle von Stützen und Boden (grüner Serpentin) prägen den Raumeindruck. Die 6 Meter hohe Halle im Erdgeschoss öffnet sich – flankiert von zwei Vortragssälen – zum Rhein.

Verwaltungsgebäude Klybeckstr. 141

  • Baujahre 1905–1906; 1915; 1932; 1955; 1969
  • Auf der Inventarliste seit 1980, 2013
Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Ciba wurde 1905–1906 durch den bedeutenden Basler Architekten Fritz Stehlin gebaut. Der Gründungsbau bestand aus einem elf-achsigen, zweigeschossigen Gebäude mit Mansarddach in repräsentativem neubarockem Stil. Bereits 1915 wurde der Bau durch denselben Architekten um mehr als das Doppelte im selben Stil erweitert, was auf die Erfolgsgeschichte der chemischen Industrie in Basel zurückzuführen ist. Im Lauf seiner 110-jährigen Geschichte erfuhr das Gebäude mehrere Erweiterungen und Modernisierungen, die den Ursprungsbau nur noch schwer erkennen liessen, heisst es im Beschrieb zu Inventarliste. Trotzdem ist das Gebäude als Verwaltungssitz einer der grössten Basler Firmen sowohl historisch als auch städtebaulich von grosser Bedeutung.

Architekt Fritz Stehlin

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Ciba wurde 1905–1906 durch den bedeutenden Basler Architekten Fritz Stehlin gebaut. Der Gründungsbau bestand aus einem elf-achsigen, zweigeschossigen Gebäude mit Mansarddach in repräsentativem neubarockem Stil. Bereits 1915 wurde der Bau durch denselben Architekten um mehr als das Doppelte im selben Stil erweitert, was auf die Erfolgsgeschichte der chemischen Industrie in Basel zurückzuführen ist. Im Lauf seiner 110-jährigen Geschichte erfuhr das Gebäude mehrere Erweiterungen und Modernisierungen, die den Ursprungsbau nur noch schwer erkennen liessen, heisst es im Beschrieb zu Inventarliste. Trotzdem ist das Gebäude als Verwaltungssitz einer der grössten Basler Firmen sowohl historisch als auch städtebaulich von grosser Bedeutung.

Fabrikgebäude Klybeck-/Gärtnerstrasse

  • Baujahre 1952–1957, 2011
  • Auf der Inventarliste seit 1980, 2013
Weithin sichtbar ist das Fabrikgebäude K-90 an der Kreuzung Klybeckstrasse/Gärtnerstrasse. Hier produzierte Ciba einst sogenannte Azofarbstoffe. Von 2006 bis 2013 diente das Gebäude dem amerikanischen Chemiekonzern Huntsman. Der zentrale und grösste Teil ist der Produktionstrakt mit acht Geschossen und fünf Achsen an der Schmalseite sowie 15 Achsen an der Längsseite. In dem als Tageslichtfabrik konzipierten Gebäude befinden sich drei Lichthöfe, die sich über fünf Geschosse erstrecken und viel Tageslicht ins Innere des Baus führen. Südlich an den Produktionstrakt schliessen zwei neun- und zehngeschossige Trakte mit der gesamten Infrastruktur, Werkstätten, Büros und Labors an. Markant sind die 2011 angebrachten Diagonalstreben, die die Erdbebensicherheit vergrössern.

Architekten: Suter+Suter

Weithin sichtbar ist das Fabrikgebäude K-90 an der Kreuzung Klybeckstrasse/Gärtnerstrasse. Hier produzierte Ciba einst sogenannte Azofarbstoffe. Von 2006 bis 2013 diente das Gebäude dem amerikanischen Chemiekonzern Huntsman. Der zentrale und grösste Teil ist der Produktionstrakt mit acht Geschossen und fünf Achsen an der Schmalseite sowie 15 Achsen an der Längsseite. In dem als Tageslichtfabrik konzipierten Gebäude befinden sich drei Lichthöfe, die sich über fünf Geschosse erstrecken und viel Tageslicht ins Innere des Baus führen. Südlich an den Produktionstrakt schliessen zwei neun- und zehngeschossige Trakte mit der gesamten Infrastruktur, Werkstätten, Büros und Labors an. Markant sind die 2011 angebrachten Diagonalstreben, die die Erdbebensicherheit vergrössern.

Kantine an der Gärtnerstrasse

  • Bauzeit: 1965–1967
  • Auf der Inventarliste seit 2008
Der elegante kubische Baukörper der Klybeck-Kantine steht in einer Grünfläche an der Verkehrsdrehscheibe des Industrieareals. Im über einem quadratischen Grundriss errichteten Gebäude mit 2000 Sitzplätzen finde «das rationalistische Prinzip der Betriebsorganisation seine architektonische Entsprechung», heisst es im Beschrieb auf der Inventarliste des Denkmalschutzes. Dem Skelettbau aus Stahlbeton mit seiner Vorhangfassade liegt ein Modul von 2,25 Metern zugrunde. Seine klare und durchsichtige Struktur zeige die Orientierung am Spätwerk von Mies van der Rohe und hat eine Ähnlichkeit mit der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Den Höhepunkt bildet der grosse Speisesaal im Obergeschoss.

Architekten: Suter+Suter

Der elegante kubische Baukörper der Klybeck-Kantine steht in einer Grünfläche an der Verkehrsdrehscheibe des Industrieareals. Im über einem quadratischen Grundriss errichteten Gebäude mit 2000 Sitzplätzen finde «das rationalistische Prinzip der Betriebsorganisation seine architektonische Entsprechung», heisst es im Beschrieb auf der Inventarliste des Denkmalschutzes. Dem Skelettbau aus Stahlbeton mit seiner Vorhangfassade liegt ein Modul von 2,25 Metern zugrunde. Seine klare und durchsichtige Struktur zeige die Orientierung am Spätwerk von Mies van der Rohe und hat eine Ähnlichkeit mit der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Den Höhepunkt bildet der grosse Speisesaal im Obergeschoss.

Kantine an der Müllheimerstrasse

  • Bauzeit: 1955–1957
  • Auf der Inventarliste seit 2008
Dieses viergeschossige, wohlproportionierte Gebäude gegenüber dem Horburgpark liegt nicht an den oft befahrenen Achsen der Stadt und ist deshalb wenig bekannt. Das Personalrestaurant besitze «eine Vorhangfassade von herausragender ästhetischer Qualität» und sei die älteste der noch wenigen im Originalzustand erhaltenen Fassaden dieses Typs in Basel. Bis auf das oberste Geschoss wurden Struktur und Ausstattung durch die Umwandlung zum Ausbildungscenter weitgehend verändert (ab 1982). Der filigrane Raster der Fassade besteht aus dem schmalen schwarzen Stahlgerippe, Fenstern mit schlanken weissen Profilen, hellgrauen Brüstungsfeldern mit vertikal gerippter Blechverkleidung und hellen Lamellenstoren.

Architekten: Suter+Suter

Dieses viergeschossige, wohlproportionierte Gebäude gegenüber dem Horburgpark liegt nicht an den oft befahrenen Achsen der Stadt und ist deshalb wenig bekannt. Das Personalrestaurant besitze «eine Vorhangfassade von herausragender ästhetischer Qualität» und sei die älteste der noch wenigen im Originalzustand erhaltenen Fassaden dieses Typs in Basel. Bis auf das oberste Geschoss wurden Struktur und Ausstattung durch die Umwandlung zum Ausbildungscenter weitgehend verändert (ab 1982). Der filigrane Raster der Fassade besteht aus dem schmalen schwarzen Stahlgerippe, Fenstern mit schlanken weissen Profilen, hellgrauen Brüstungsfeldern mit vertikal gerippter Blechverkleidung und hellen Lamellenstoren.

Fabrikbauten an der Mauerstrasse

  • Baujahre 1946, 1951, 1952
  • Auf der Inventarliste seit 2008
Am oberen Ende der Mauerstrasse nahe der Wiese steht ein Ensemble von Backsteingebäuden, das ein «Denkmal der Basler Industriekultur mit städtebaulicher Bedeutung» sei, heisst es auf dem Inventarblatt zu den Bauten an der Mauerstrasse. Dies verleiht ihm das Potenzial zum konstitutiven Element eines möglichen Schwerpunkts der Stadtentwicklung. Die fünf stilgleichen Bauten bildeten das letzte repräsentative Basler Beispiel von Industriearchitektur aus Sichtbackstein. Es stehe in der «rationalen Industriebautradition» von Schinkel, Behrens und Gropius. Die Mehrzahl der Gebäude ist seit Jahren ungenutzt oder zweckentfremdet, zwei Bauten (Novartis-Bau 372 und 373) sind innen ausgehöhlt.

Architekten: Suter+Suter

Am oberen Ende der Mauerstrasse nahe der Wiese steht ein Ensemble von Backsteingebäuden, das ein «Denkmal der Basler Industriekultur mit städtebaulicher Bedeutung» sei, heisst es auf dem Inventarblatt zu den Bauten an der Mauerstrasse. Dies verleiht ihm das Potenzial zum konstitutiven Element eines möglichen Schwerpunkts der Stadtentwicklung. Die fünf stilgleichen Bauten bildeten das letzte repräsentative Basler Beispiel von Industriearchitektur aus Sichtbackstein. Es stehe in der «rationalen Industriebautradition» von Schinkel, Behrens und Gropius. Die Mehrzahl der Gebäude ist seit Jahren ungenutzt oder zweckentfremdet, zwei Bauten (Novartis-Bau 372 und 373) sind innen ausgehöhlt.

Parkaus Badenweilerstrasse

  • Bauzeit 1960–1963
  • Auf der Inventarliste seit 2008
Das an den Horburgpark angrenzende Parkhausmuss man vielleicht etwas genauer anschauen, um ihm etwas abgewinnen zu können. Die für 1100 Personenwagen erbaute Einstellhalle «widerspiegelt die zweckgebundene Form im Geist des Funktionalismus der 1960er-Jahre», kommentieren die Denkmalschützer in ihrer Liste der schützenswerten Objekte. Im Blick auf seine Südseite erscheine das dreiteilige Parkhaus als «ein vertikal und horizontal rhythmisierter weisser Kubus, der an die damals gerade aufkommende Minimal Art erinnert». Die leicht gewellte Form ergibt sich aus den ansteigenden Rampen, die gleichzeitig Parkflächen sind. Das Parkhaus hat irgendwann mal einen Anstrich nötig.

Architekten: Suter+Suter

Das an den Horburgpark angrenzende Parkhausmuss man vielleicht etwas genauer anschauen, um ihm etwas abgewinnen zu können. Die für 1100 Personenwagen erbaute Einstellhalle «widerspiegelt die zweckgebundene Form im Geist des Funktionalismus der 1960er-Jahre», kommentieren die Denkmalschützer in ihrer Liste der schützenswerten Objekte. Im Blick auf seine Südseite erscheine das dreiteilige Parkhaus als «ein vertikal und horizontal rhythmisierter weisser Kubus, der an die damals gerade aufkommende Minimal Art erinnert». Die leicht gewellte Form ergibt sich aus den ansteigenden Rampen, die gleichzeitig Parkflächen sind. Das Parkhaus hat irgendwann mal einen Anstrich nötig.