Das Thema ist gerade wieder in aller Munde, respektive Nase: Wenn Bebbisäcke zu früh auf die Strasse gestellt werden, dann riecht es übel. Deshalb durchstreifen Abfallkontrolleure die Strassen und durchwühlen anderer Leute Müll, um Fehlbare mit einer Busse von fünfzig Franken zu bedenken.

Eine andere Lösung feiert gleichzeitig ihre Wiederauferstehung: die Unterflurcontainer. An zentralen Sammelstellen, die nächste jeweils höchstens 100 Meter vom Hauseingang entfernt, könnte man seinen Sack dann entsorgen, wenn er voll ist. Statt dann, wenn der Abfallplan einem das erlaubt. Das Konzept funktioniert in hunderten von Städten der Welt, unter anderem auch in Genf und Chur. Und soll nun auch in einem Projektgebiet getestet werden, namentlich im Bachlettenquartier.

Doch in Basel ist das Thema massiv vorbelastet: 2014 wollte die Verwaltung auf einen Schlag die Abfallentsorgung vom heutigen System flächendeckend in der ganzen Stadt auf Unterflurcontainer umstellen. Einige Parteien, namentlich die ansonsten inexistente BDP, liefen gegen dieses Ansinnen Sturm. Man könne es gerade älteren Menschen nicht zumuten, ihren Abfall 100 Meter weit zur nächsten Entsorgungsstelle zu schleppen.

Das missglückte Projekt

Der Grosse Rat strich daraufhin die Mittel für den Versuch auf die Hälfte zusammen und korrigierte am Ratschlag der Regierung solange herum, bis eine «Frankenstein-Vorlage» übrig blieb: Eine Vorlage, zerstückelt, neu zusammengesetzt und nicht wirklich überlebensfähig.

Statt jährlich 600'000 Franken zu sparen hätte der Kanton 800'000 Franken Mehrausgaben zu verzeichnen gehabt. Am Ende war sogar die Regierung dafür, diesen Beschluss per Referendum in die Tonne zu treten und so kam es, dass knapp 70 Prozent der Bevölkerung dem 13-Millionen-Ansinnen den Garaus machten.

Nun kommt ein neuer Anlauf, so, wie er im Grossen Rat gefordert und in einem Anzug der damaligen Grünen-Grossrätin Mirjam Ballmer angeregt wurde. Mit einem Projektbetrieb, befristet und begrenzt. Und mit 1,7 Millionen Franken deutliche günstiger als alles bisher angedachte.

Auch weitere politische Anliegen sollen nun berücksichtigt werden, sagt Brigitte Meyer, Generalsekretärin des Umweltdepartementes. Beispielsweise, dass man hier nicht nur Kehricht, sondern auch Grünabfälle abgeben kann. Zudem sollen parallel neue Abfallmodelle für Metall, Papier und Kleinsperrgut getestet werden.