Samstagabend, 21 Uhr: Rund 160 Personen versammeln sich am ehemaligen Standort der am Vortag abgerissenen Villa Rosenau. Dies bestätigt die Basler Polizei gestern auf Anfrage der bz. Über die Online-Plattform Facebook hatten Sympathisanten der Besetzer-Kommune rund um die ehemalige Villa Rosenau zu einem «Trauermarsch» für das abgerissene Gebäude aufgerufen.

Auf der Route von der Rosenau via Voltaplatz, St. Johann, Schifflände, Mittlere Rheinbrücke, Claraplatz, Kaserne bis zur Dreirosenbrücke schlossen sich rund 100 weitere Personen dem Demonstrationszug an. Die Polizei hielt sich während des grundsätzlich friedlichen «Trauermarsches» für die abgerissene Villa Rosenau im Hintergrund und war kaum einmal sichtbar. «Aus polizeilicher Sicht verlief die Demonstration friedlich», sagt der stellvertretende Polizeisprecher Martin Schütz auf Anfrage der bz. Die Demonstranten verzichteten auch auf eine direkte Provokation gegen die Behörden und zogen zwar an der Schifflände, nicht aber am Spiegelhof vorbei.

Ganz friedlich blieb die Demo allerdings nicht: Als einzelne Teilnehmer beim St.-Johanns-Tor ein Fahrzeug des regionalen Fernsehsenders «Telebasel» entdeckten, gingen sie auf die Journalisten los und schlugen auf das Auto ein. Die «Telebasel»-Crew ergriff daraufhin mit dem Auto die Flucht. Laut «20 Minuten» haben die Journalisten Anzeige erstattet.

Ironische Musik begleitet Demo

Kurz bevor der Demonstrationszug den Voltaplatz passiert hatte, wurden die Demonstrierenden durch einen Soundwagen verstärkt. Die Organisatoren des «Trauermarsches» liessen bei der Wahl der Musik eine gewisse Ironie durchblicken: So erklangen «The roof is on fire» von der Bloodhound Gang, «Bombtrack» von Rage against the Machine oder «Feuer Frei» von Rammstein.

Das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVK) hatte in der vergangenen Woche entschieden, die Rosenau abzureissen. Grund dafür war der Brand vom frühen Morgen des 3. Februars. Danach war die Gebäudeversicherung zum Schluss gekommen, dass das Gebäude einsturzgefährdet war.

Konzerthallen-Appell auf Facebook

Am vergangenen Freitag, dem Tag des Rosenau-Abrisses, wurde auf Facebook die Gruppe «Pro Konzerthalle auf dem Rosenau Gelände» gegründet. Bis gestern Nachmittag erlebte die Gruppe mit bereits 468 Likes einen regelrechten Zustrom. Die Initianten der Gruppe machen darauf aufmerksam, dass sich im Kellergeschoss der Rosenau eine Konzertlocation befunden hatte.

«Nun ist unsere Villa weg», heisst es in der Beschreibung der Gruppe. Weiter appellieren die Initianten an die Regierung, das Gelände nicht einfach dem «Tod zu lassen, sondern etwas für die Kulturstadt Basel zu unternehmen und auf dem Gelände eine Konzerthalle zu realisieren».