Für den Zoo Basel bildet das Ozeanium einen weiteren Baustein seines Einsatzes für die Umwelt, gleichzeitig ist es urbaner Auftakt zum Zoologischen Garten und verbindendes Glied zur Stadt. Die Heuwaage wird durch den 28 Meter hohen Neubau räumlich neu gegliedert und gefasst.

Durch das offene, rund 4,5 Meter hohe und zu allen Tageszeiten durchschreitbare Erdgeschoss mit Café-Bar sowie Info- und Ticketschalter wird die Heuwaage zum belebten öffentlichen Dreh- und Angelpunkt. Der kompakt formulierte Baukörper setzt sich angemessen ins Stadtgefüge ein.

Das neue Ozeanium nimmt dabei Bezug auf die benachbarten Dach- und Traufhöhen. Die städtebauliche Qualität überzeugte bereits im Wettbewerb die Fachjury, dies auch deshalb, weil ein grosser Teil der Aquarien in den Untergeschossen zu liegen kommt und der oberirdische Baukörper dem Kontext entsprechend moderat ausfällt.

Ort für Umweltbildung

Mit dem Ozeanium erhält die Heuwaage eine Nutzung, die ihrem Potenzial gerecht wird. Schon heute zeichnet sich der Zolli Basel als ein qualitativ hochstehender Ort für Umweltbildung aus. Auch im Ozeanium wird über mehrere Etagen grosszügig Raum für Bildung geschaffen.

Auditorien, Wechselausstellungsbereiche, Labor- und Schulungsräume nehmen den grössten Teil des oberirdischen Gebäudevolumens ein. Sie ermöglichen es, sich mit dem Thema des Umwelt- und Artenschutzes zu beschäftigen. Dass sich dieser Einsatz lohnt, wird spätestens im Herzen der Anlage klar, bei den Aquarien. Die Begegnung mit den echten Tieren, das sogenannte Primärerlebnis, ist dabei zentral.

Übersetzt wird der Weg durch die Weltmeere auch durch die besonders ökologische Materialisierung: Das fünfgeschossige Ozeanium setzt in seiner Grösse und Präsenz neue Massstäbe im Lehmbau. Dazu werden aussen wie auch innen unter Verwendung des vorhandenen Aushubmaterials die Stampflehmwände erstellt. Lehmwände sind in der Grauenergiebilanz besonders vorteilhaft und im Vergleich zu einer Betonfassade kann mindestens ein Viertel der Treibhausgase eingespart werden. Die Lehmwände wirken zudem feuchtigkeitsregulierend und tragen damit entscheidend zur Behaglichkeit der Räume bei, wodurch bei den Lüftungsanlagen erheblich Energie gespart werden kann.

«Freies Kühlkonzept»

Speziell für das Ozeanium ist ein neues «Freies Kühlkonzept» («Free Cooling») entwickelt worden: Die Lehmfassade wird dazu aktiviert und ermöglicht eine Kälte- und Wärmerückgewinnung, welche durch ein Kreislaufsystem zur Regulierung der Wassertemperatur in den Aquarien genutzt wird. Über die Kühlenergie, die die Fassade spendet, stehen die Fische in direktem Kontakt zur Aussenhülle, was für uns eine ungemein spannende Idee und zugleich eine Weltneuheit zum Thema Nachhaltigkeit darstellt.

Auch trägt der Zolli zur Energiereduktion bei: Insbesondere sollen keine «Clearwater Aquarien» realisiert, sondern leicht trüberes Wasser, wie es in den Weltmeeren auch der Fall ist, verwendet werden. Dadurch sind weniger Filterdurchgänge und damit wiederum eine deutlich geringere Pumpleistung notwendig, womit enorm viel Energie gespart werden kann. Der Wasserbedarf konnte so deutlich reduziert werden: Das Wasser der Aquarien wird jährlich nur einmal gewechselt. Der Wasserverbrauch des Ozeaniums liegt damit tiefer als derjenige eines herkömmlichen Restaurants.

Dank all diesen innovativen Massnahmen wird das Ozeanium des Zolli Basels um bis zu 40% energieeffizienter sein als jedes bis jetzt weltweit gebaute Ozeanium. Eine weitere Reduktion um rund 15% bis zum Baubeginn wird angestrebt und ist realistisch.

Im Vergleich mit anderen grossen Institutionen in Basel wie dem Stadttheater, dem Kunstmuseum oder der St. Jakobshalle, wird das Ozeanium rund 35 bis 45% weniger Energie benötigen. Damit funktioniert das Ozeanium als Bildungsstandort für Umweltfragen, aber auch selber als nachhaltiges Gebäude, geformt vom Anliegen des Naturschutzes.