Noch 16 Tage. Solange können die Raucher von Basels Bahnhof unbesorgt weiterqualmen. Dann wird sich nämlich entscheiden, ob Beni Reimann mit seiner Petition «Rauchfreier SBB Bahnhof Basel» auf petitio.ch genügend Unterstützer finden konnte, um offizielle Schritte in Gang zu bringen.

«Bessere Luft. Kein stinkender Abfall mehr. Kostensenkend.» Das verspricht sich Reimann von einem rauchfreien Bahnhof. Einerseits würden die Zigaretten viel Abfall produzieren, der nicht nur Schmutz bringt, sondern auch enorm stinkt. Andererseits sei die Rauchbelastung für alle Passivraucher sehr hoch, woran sich viele Passanten stören würden.

Die Lungenliga beider Basel unterstützt die Petition. Für sie ist klar, dass ein Bedürfnis nach einem Bahnhof ohne Qualm besteht. Viele Leute hätten angefragt und sich beschwert. Etwa komme man nur völlig eingeraucht zu den Zügen. In der Passerelle sei die Belastung besonders hoch.

Die bz nahm vergangenen Freitagnachmittag im Bahnhof einen Augen- und Lungenschein. In der Schalterhalle riecht es eher nach Döner. In der Passerelle begegnet man dafür etwa zwei Dutzend qualmenden Stäbchen, da sind schon Rauchwölkchen. Ein paar volle Nasenzüge passiv einzuatmen gehört dann dazu. Mehr aber nicht.

Der Dreck ist kein Thema

Ein 20-jähriger Raucher geniesst den Geruch, würde sich aber nicht an einem rauchfreien Bahnhof stören. «Ich hätte kein Problem damit, wenn ich hier nicht smoken dürfte. Oder ein Fumoir wie beim Flughafen könnte ich mir auch vorstellen», sagt er. Anderen 20-jährigen Passanten ist es «scheissegal», ob bei den Zügen geraucht wird oder nicht, da der Weg zum Gleis sowieso nur wenige Minuten in Anspruch nehmen würde.

Für einen älteren Arzt ist die Rauchbelastung ein Problem, und er unterstützt die Idee. Die Zigaretten stören ihn aber nicht. «Schmutzig finde ich es hingegen gar nicht, hier gibt es fast zu viele Aschenbecherständer», sagt er. Tatsächlich, von der Rolltreppe bis zum Mediamarkt stehen rund zehn Aschenbecher. Allein in der Schalterhalle schon sechs. Dort duftet es dann schon ein bisschen wie im Fumoir.

SBB fordert Rücksicht

Das Rauchverbot nützt laut Petitionär Reimann nicht nur den Passanten, sondern sei auch für die Bahnhofbetreiber lohnend. Zigaretten seien bekanntlich markanter und schwerwiegender Abfall.

In Deutschland hat sich das Modell durchgesetzt. Auf 54 deutschen Bahnhöfen ist das Rauchen verboten. Auch unter freiem Himmel gibt es klar abgegrenzte Raucherbereiche.

Entfällt dieser Verschmutzungsfaktor, könnten Bahnhöfe ihre Reinigungskosten erheblich senken. Und zwar so weit, dass allfällige Aufwendungen für Raucherzonen gedeckt werden. Das könnte sich längerfristig als rentabel erweisen.

Die SBB geben sich mit der momentanen Situation zufrieden. Es genüge, dass alle geschlossenen Räume und unterirdischen Bahnhöfe rauchfrei seien, sagt Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB.

Was die Luft betrifft, so schätzt er die Durchlüftung des Basler Bahnhofs als genügend ein und erinnert daran, «dass die klassischen Bahnhofshallen ursprünglich für den Aufenthalt von mehreren Dampflokomotiven konzipiert wurden». Die Reinigung sei auch bereits durch die Aufstockung von Aschenbechern verbessert worden.

Für die SBB scheint es keinen weiteren Handlungsbedarf zu geben. «Mit ein bisschen gegenseitiger Rücksichtnahme sollte es gehen.»