Er fliesst durch das Herz der Stadt, hält Klein- und Grossbasel zusammen, versammelt im Sommer tausende sonnendurstige Bewohnerinnen und Bewohner an seinem Ufer, ist Handelsstrasse und Erholungszone. Der Rhein prägt Basel bereits seit Jahrhunderten. «Bereits die Basler Bischöfe im Mittelalter wussten die Lage der Stadt am Rheinknie geschickt für sich zu nutzen», schreibt Regierungsrat Hans-Peter Wessels anlässlich des Europäischen Tag des Denkmals.

Schon damals sei das Münster auf dem Münsterhügel gezielt wirkungsvoll zum Fluss hin inszeniert worden. Auch die umliegenden Häuser der Basler Patrizier, das Blaue und Weisse Haus, der Ramsteinerhof, seien bewusst auf den Rhein ausgerichtet worden. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Rhein zum Anziehungspunkt und Ausstellungsraum für Denkmale und imposante Bauten. So blickt die Helvetia seit 1980 vom Kleinbasel aus auf den Rhein, leuchtet seit Anfang des Jahrtausends der Schriftzug «Claudia ich liebe Dich oder so 22:25 Uhr» unter der Johanniterbrücke und prägt der Rocheturm direkt am Rheinufer das Stadtbild.

Die Lebensader der Stadt

Wessels betont die Wirkung des Rheins auf die städtebauliche Struktur und schreibt: «Erhalt und Weiterentwicklung der markanten Stadtsilhouette zum Rhein gehören zu den wichtigsten Aufgaben der Kantonalen Denkmalpflege.» Diese Gründe verleiteten die Veranstalter dazu den Rhein «als Lebensader Basels» ins Zentrum des Europäischen Tag des Denkmals zu rücken. Da der Rhein die Stadt über die Kantonsgrenzen hinweg auch mit dem Nachbarkanton verbindet, wurde das Programm zum Tag des Denkmals gemeinsam mit Basel-Land konzipiert.

Unter den Rubriken «Basel-Stadt am Rhein», «Den Rhein im Blick» und «Auf dem Fluss und über ihn hinweg» versprechen zahlreiche Führungen durch die Stadt einen interessanten und bereichernden Blick auf die Stadt und den Fluss. Dass der Rhein nicht nur das Erscheinungsbild der Stadt prägt, sondern auch die Geschichte der Stadt entschieden prägte, erzählt der Historiker Peter Habicht in der Führung mit dem Titel «Basel und der Rhein: Eine historische Promenade».

Auf dem Rundgang mit Reto Bieli von der Kantonalen Denkmalpflege geht es um die Lieblingsbeschäftigung der Baslerinnen und Basler an heissen Sommertagen: Das Baden im Rhein. Was heute für viele zu einem gelungenen Sommer dazugehört, war im Mittelalter unsittlich und verboten. Erst 1830 wurde das erste Flussbadehaus gebaut und das Badeverbot aufgehoben.

Konzert im Maschinenraum

Auf dem Land führen Konstanze Domhardt und Marc Rohr von der Kantonalen Dekmalpflege Basel-Stadt und Basel-Landschaft die Besucher zum Kraftwerk in Birsfelden. Beim Rundgang durch das Schleusewerk und die Maschinenhalle erklären sie die gegenseitige Bedingtheit von Technik, Architektur und Nutzung und erhellen die Hintergründe für die anhaltende Popularität dieses wichtigen Zeugnisses der Nachkriegsmoderne. Am Abend wird das Neue Orchester Basel ein Konzert in dem Maschinenraum des Kraftwerks geben. Das gleichmässige Summen und Rauschen des gebändigten Wassers in den Turbinen wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

Der Tag des Denkmals findet am Samstag von Morgens bis Abends in Basel und Birsfelden statt. Mehr Informationen unter www.denkmalpflege.bs.ch