Eine leichte Frustration ist dem Direktor des Antikenmuseums Basel anzumerken, wenn es um den Umzug seines Hauses in den Berri-Bau geht. «Ja, bis 2023 geht es noch lange», sagte er am Dienstag im Interview. Ursprünglich hatte Andrea Bignasca damit gerechnet, 2016 könne man am heutigen Standort vis-à-vis des Kunstmuseums noch einmal Geld investieren. Doch die Regierung befand, alle nicht unbedingt notwendigen Arbeiten seien zu sistieren. Sie setzt auf den Umzug des Antikenmuseums in sieben bis acht Jahren, wenn Naturhistorisches Museum und Staatsarchiv ihren Neubau beim Bahnhof St. Johann beziehen können.

Bis dahin müssten aber noch viele Fragen geklärt werden, sagt Bignasca; so die Finanzierung, die Art der Ausstellungen und ganz grundlegend die Frage, «ist es überhaupt möglich?».

Zuständig für den Umzug ist nicht etwa Eva Keller, die Leiterin der Abteilung Museumspolitik im Präsidialdepartement, sondern ihr Chef, Philippe Bischof, Leiter der Abteilung Kultur. Und auch er weist darauf hin, die Aufgabe sei nicht ganz einfach: «Es stellen sich hier viele komplexe Fragen. Es geht dabei um das Betriebskonzept des Museums, um die Erweiterung der Architektur und um Denkmalschutz, um die notwendigen Raumdimensionen und natürlich um die Kosten.» Die werden auf 70 bis 80 Millionen Franken für Renovation und Umbau geschätzt.

Wichtiger Bau

Viel ist also noch nicht geklärt. Aber die Architekten seien intensiv an der Arbeit. Und dabei dürften sie von der Denkmalpflege scharf überwacht werden. Auch Bischof weiss um die historische Bedeutung des Hauses: «Der Berri-Bau ist ein sehr wichtiger Kulturort, gewissermassen ein Ur-Museum, das erste explizit als Museum erbaute Gebäude Basels und wahrscheinlich auch der Schweiz.» Der Monumentalbau im Stil des Spätklassizismus wurde bereits des Öfteren umgebaut. So wurden Zwischenböden eingezogen und andere Arbeiten getätigt, um mehr Platz für Ausstellungsgegenstände zu schaffen, oder im Nachhinein notwendig gewordene Infrastruktur einzubauen.

Nun prallen Verfechter zweier grundlegender Philosophien aufeinander: jene, die das Gebäude zwar erhalten, aber noch stärker der modernen musealen Nutzung anpassen wollen. Und jene, die am liebsten wieder den alten Bau in dessen Urzustand zurückversetzen möchten, um dann die Ausstellungen an die Gegebenheiten anzupassen.

Der Zeitplan steht

All dies soll in der Machbarkeitsstudie geklärt werden, die sich derzeit noch in Ausarbeitung befindet. Aber Bischof stellt klar, die Abklärungen dürften nicht beliebig lange dauern. «Der Zeitpunkt ist klar definiert: Wenn der Ratschlag für den Neubau des Naturhistorischen Museums und des Staatsarchivs in die politische Diskussion geht, dann muss klar sein, wie es mit dem Berri-Bau weiter geht.

Das wird voraussichtlich ab Anfang 2017 der Fall sein.» Am Ende muss der Grosse Rat entscheiden, für welches Vorgehen er sich entscheidet. Dass das Antikenmuseum hier eine gesunde Lobby hat, zeigte sich schon im Februar, als das Parlament eine Schliessung der Skulpturenhalle verhinderte und gegen den Willen der Regierung 200'000 Franken ins Budget drückte. Die Hoffnungen an das Projekt sind bei Bignasca auf alle Fälle gross: «Wenn die richtige Variante kommt, kann man sich gewaltig freuen auf das neue Antikenmuseum.»