Die 2015 von Privaten und Wohngenossenschaften gegründete Initiative «Wohnen & mehr», die vom Kanton Basel-Stadt den Zuschlag für die Nachnutzung des Felix-Platter-Areals bekommen hat, gibt ordentlich Gas.

Bereits am 7. Februar werden sechs bis sieben Teams von Architekten und Landschaftsplanern vorselektiert. Juli/August sollen sie ihre Arbeiten abgeben; dann wird juriert. Anfang 2018 geht es in die Detailprojektierung, Mitte 2019 ist Baubeginn. Und ab Mitte 2021 sollen die ersten Mieterinnen und Mieter einziehen, hiess es an einer Medienkonferenz von «Wohnen & mehr» und Immobilien BS.

200-Millionen-Investition

500 bis 550 Wohnungen sollen auf dem Areal beim Felix-Platter-Spital entstehen. Der jetzt noch in Betrieb stehende Spitalbau wird denkmalschutzgerecht vollkommen umgebaut. Hier entstehen dereinst 130 Wohnungen. Dieses Projekt wird separat ausgeschrieben und ist nicht Teil des nun beginnenden Wettbewerbs. 400 weitere Wohnungen entstehen neu auf dem frei werdenden Areal, nordöstlich, Richtung Stadt. Die beiden Personalhäuser werden voraussichtlich bis 2025 als Wohnheim für Flüchtlinge und Studierende nachgenutzt werden. Danach wird eine Renovation, ein Um- oder Neubau ins Auge gefasst, sagte Andreas Courvoisier, Vizepräsident von «Wohnen & mehr» an der Präsentation der Zwischenresultate der Planung.

Vorgesehen ist insgesamt ein breiter Mix von Wohnungsgrössen und Wohnformen, mit einem besonderen Augenmerk auf familien- und altersgerechten Wohnraum. In der Realisierung einzelner Wohnbauten arbeitet «Wohnen & mehr» mit bestehenden Wohngenossenschaften zusammen.

200-Millionen-Projekt für Basler Felix Platter-Area

Claudia Bauersachs, Leiterin Planung&Bau der Genossenschaft wohnen & mehr, erläutert das Vorhaben der Genossenschaft, zusammen mit Andreas Courvoisier, Vizepräsident wohnen & mehr.

Die gesamte Investition dürfte rund 200 Millionen Franken betragen; 80 Prozent davon werden voraussichtlich über Hypotheken finanziert. Die Wohnungen sollen günstig werden, wobei sich die Verantwortlichen bewusst sind, dass auch sie nur mit Wasser kochen: Bauen ist teuer in der Schweiz und die Standards müssen trotzdem ein ansprechendes Niveau aufweisen. Sie werden ausserdem gewisse minimale Belegungsziffern aufweisen. So liege die Belegungsziffer bei «Anzahl Personen+1». Es werden Kostenmieten berechnet. Einen spezifischen Baustein stellt das «Lena-Haus» dar. Dieses wird für die Wohngenossenschaft «Lebenswerte Nachbarschaft Lena» realisiert – eine entsprechende Absichtserklärung wurde Anfang 2017 unterzeichnet. Lena plant ein innovatives Wohnmodell mit einem hohen Anteil an Gemeinschaftsnutzungen im Erdgeschoss wie beispielsweise einer Grossküche, einem Depot für Landwirtschaftsprodukte und einer Cafeteria.

Für Atmosphäre und Belebung sollen attraktiv gestaltete Aussenräume, wie etwa der geplante Quartierplatz oder die öffentliche Querung sorgen, die von der Burgfelderstrasse über das Areal und durch das umgenutzte Spitalgebäude Richtung Bachgraben-Promenade führt. Ausserdem soll das Wohnen durch Kleingewerbe, Flächen für Dienstleister sowie Zentrumsfunktionen für das Quartier ergänzt werden. Das Nutzungskonzept wurde im Rahmen von Workshops zusammen mit Quartiervertreterinnen und –Vertretern vertieft. Das Konzept sieht unter anderem vor: mietbare Treffräume unterschiedlicher Grösse, Erhalt des heutigen Therapiebads als kleines Quartierbad, zwei Kindergärten und eine Kindertagesstätte, Cafés, ein gemeinsamer Arbeitsraum («Co-Working») sowie Flächen für kleine Läden, Ateliers, Büros und Gewerbe.