Es waren die aufsehenerregendsten Krawalle im vergangenen Jahr. Plötzlich wütete mitten im Lehenmatt-Quartier eine Strassenschlacht.

Völlig unerwartet wurden Basler Fans nach dem letzten FCB-Saisonspiel im vergangenen Mai nahe des Stadions von rund 60 Zürcher Ultras angegriffen.

Doch: Diese rechneten nicht mit solch heftiger Gegenwehr, flohen Hals über Kopf. Ihre Fahrzeuge wurden attackiert, gefilmt von Anwohnern. Die Bilder gingen um die Welt.

Das Ereignis schlägt sich auch statistisch nieder. So wurden im 2018 deutlich mehr Rayon- und Stadionverbote ausgesprochen als noch im Vorjahr. Konkret hat die Basler Polizei im vergangenen Jahr 24 Rayonverbote gegen Fussballfans verhängt. Das sind sieben mehr als im Vorjahr.

20 dieser Rayonverbote betrafen Fans von Gastmannschaften, wie das Justiz- und Sicherheitsdepartement gestern mitteilte. Gleichzeitig stieg die Zahl der vom FC Basel ausgesprochenen Stadionverbote deutlich von 8 auf 29 an. In 23 (2017: 5) Fällen ging es um Anhänger von Gastmannschaften.

Kein Trend erkennbar

«Trotz deutlicher Zunahme ist aber kein eigentlicher Trend zu beobachten», stellt Polizeisprecher Toprak Yerguz klar. Ein einziges Grossereignis wie jenes vom letzten Mai könne eben viele Verbote nach sich ziehen. Das sieht Remo Meister vom FC Basel genauso. Vor allem die erwähnten Krawalle würden die nun präsentierten Zahlen beeinflussen. Ansonsten seien diese im Mehrjahresvergleich in etwa gleich geblieben, vielmehr sei 2017 diesbezüglich ein «auffällig positives Jahr» gewesen.

Wer ein Stadionverbot erhält, darf sich dennoch in der Umgebung des Stadions aufhalten. Beim Rayonverbot dürfen Betroffene weder ins Joggeli noch sich vor, während und nach einem Spiel in einem bestimmten Perimeter rund um das Stadion aufhalten.

Die Basler Staatsanwaltschaft führte in Zusammenhang mit Fussballspielen im vergangenen Jahr 31 (12) Verfahren, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Es ging dabei unter anderem um Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung, Angriff oder Widerhandlung gegen das Waffengesetz.

Die durchschnittlichen Gesamtkosten der Kantonspolizei beliefen sich 2018 pro Heimspiel auf 170'000 Franken. Im Vorjahr waren es 145'000 Franken. Bei Super-League-Spielen lag der Schnitt 2018 bei rund 155'000 Franken. Seit Juli 2018 gilt ein neues Verrechnungsmodell in Basel-Stadt, das Grossveranstalter und auch den FC Basel finanziell stärker in die Pflicht nimmt. (dba/sda)