Die Zahl stationär behandelter Patienten nahm 2018 im Vergleich zu 2017 um fünf Prozent auf knapp 11'400 zu, die Zahl der ambulant behandelten Patienten gar um über elf Prozent auf 40'700. Damit setzt sich vorab im ambulanten Bereich ein Trend fort, der politisch auch gefordert wird. Über 60 Prozent der stationären Patienten liessen sich in den Zentren für Bauch und Tumor behandeln.

Weil in diesen Schwerpunktdisziplinen gewisse Eingriffe nicht mehr stationär, sondern ambulant durchzuführen sind, nahmen die Zahlen aber leicht ab, was das Claraspital zwischen Oktober und Dezember rund eine halbe Million Franken kostete. Dafür legen die Spezialdisziplinen wie Pneumologie/Thoraxchirurgie, Urologie und Kardiologie immer mehr zu. Die durchschnittliche Falldauer beträgt pro stationärem Patienten 6,9 Tage. Über 30 Prozent der Patienten, die im Claraspital stationär behandelt werden, kamen 2018 über den Notfall.

Strategie hat sich bewährt

Die fortlaufend steigenden Patientenzahlen geben den Claraspital-Verantwortlichen recht, die in den vergangenen Jahren verstärkt auf klare Schwerpunkte in den Disziplinen setzten und unter anderem die Orthopädie und Traumatologie abgestossen haben. Dadurch erhalte das Spital eine klarere Positionierung im Markt, ist Direktor Eichenberger überzeugt: «Man weiss, wofür wir konkret stehen. Und auch von der Grösse her stehen wir ideal da, weil bei uns der Austausch unter den Mitarbeitenden noch funktionieren kann.» Das sei in grösseren Zentren nicht immer der Fall, sagt Eichenberger und meint damit nicht nur das Unispital Basel, sondern auch das Kantonsspital Baselland.

Und genau von dessen Image-Krise, die sich während dem Abstimmungskampf um die Spitalfusion akzentuierte und schon zuvor aufgrund von prominenten Abgängen beim Ärztepersonal begann, profitiere nun das Claraspital, glaubt Eichenberger. Denn im vergangenen Jahr kamen bereits 3680 stationäre Patienten aus dem Kanton Baselland. Das entspricht einem Anteil von über 32 Prozent und einer Zunahme um fast 8 Prozent im Vergleich zu 2017.

Warten auf die Gesundheitsregion

Finanziell steht das Claraspital gesund da. Die Rechnung schliesst bei einem Gesamtertrag von 212 Millionen Franken mit einem Betriebsgewinn von knapp 700'000 Franken. Unter Berücksichtigung der geplanten ausserordentlichen Abschreibungen wegen der laufenden Bauprojekte resultiert ein Verlust von 1,74 Millionen Franken.

Die Mindestfallzahlen, die mit zwölf gemäss Eichenberger noch immer zu tief angesetzt sind, hat das Spital zumeist problemlos erreicht. «Clarunis», die Fusion des Bauchzentrums mit dem Universitätsspital Basel, sei in den ersten vier Monaten gut angelaufen. Sorgen bereitet den Verantwortlichen «die unklare gesundheitspolitische Zukunft» auf Bundesebene. Der Bundesrat möchte Leistungen plafonieren und kontingentieren. Gespannt ist Eichenberger auf die Vorschläge der beiden Basler Regierungen, wie die vom Volk angenommene gemeinsame Gesundheitsregion im Detail umgesetzt werden soll.