Seit September 2017 steht er da, der Novartis-Kran am Klybeckquai. Unbenutzt. Der Fürst des Basler Nachtlebens, Simon Lutz, wollte dort zwar schon im Frühling 2018 eine Beiz eröffnen, «aufgrund verschiedener Auflagen» kam es dann aber zu einer Verzögerung. Oder mehreren. So war zuletzt von einer Eröffnung im Sommer dieses Jahres die Rede. Das Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt hatte sich die Aufnahme des Betriebs sogar schon vor einem Jahr ausdrücklich gewünscht.

Er könne zum Projekt immer noch keine genauen Angaben machen, sagt Lutz gegenüber der bz. «Die Vertragswerke sind zwar unterschriftsbereit, müssen aber noch von den Schweizerischen Rheinhäfen, auf deren Gelände der Kran steht, unterzeichnet werden», so der Gastrobetreiber. Es handle sich dabei um ein komplexes Thema, das interne Fragen aufwerfe. «Diese müssen erst beantwortet werden», erklärt Lutz. Er sei zuversichtlich, dass die Verträge im Verlauf des Monats unterschrieben würden. Dann könne er sein Baugesuch einreichen.

Von einem Kran-Restaurant will Lutz nicht sprechen. Das Ganze werde eher ein «Kiosk-Deluxe». Da der Hafenkran nicht überdacht ist, handelt es sich beim geplanten Gastrobetrieb um ein Sommerprojekt. Nach dem Einreichen des Baugesuchs braucht das Bau- und Gastgewerbeinspektorat in der Regel jedoch etwa drei Monate, bis es eine Bewilligung für die Ausführung des vorgelegten Konzepts erteilt. Ist die Bewilligung erst einmal erteilt, kann sich das Verfahren bei allfälligen Einsprachen gegebenenfalls noch weiter in die Länge ziehen. Dieser Zeitrahmen war Lutz schon im Frühling des vergangenen Jahres zum Verhängnis geworden.

Ein Schwarz-Peter-Spiel beginnt...

«Momentan sieht es leider nicht so aus, als ob wir diesen Sommer eröffnen könnten», sagt Lutz. Für die Gründe der wiederholten Eröffnungs-Verzögerung könnten die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) mehr Auskunft erteilen. Doch auch die SRH machen keine konkreten Angaben. «Es tut sich etwas», sagt SRH-Medienverantwortlicher Simon Oberbeck. Spruchreif sei aber noch nichts. Das Baudepartement könne gegebenenfalls Konkreteres berichten.

...und wieder von vorn

«Weil der Hafenkran dem Kanton geschenkt worden ist, er aber auf dem Gelände der Schweizerischen Rheinhäfen steht, müssen zwischen Kanton und Rheinhäfen einige Abmachungen getroffen werden», heisst es vom Baudepartement Basel-Stadt. Diese seien auf gutem Weg und sollten in diesem Frühjahr definitiv verabschiedet werden. «Anschliessend kann der Kanton mit dem Betreiber Simon Lutz einen Mietvertrag abschliessen und dieser dann sein Baugesuch für den Betrieb einreichen.» Für Fragen bezüglich des Gastrobetriebs müsse man sich an Lutz wenden.

Es scheint fast so, als wolle keine der Parteien zur Verspätung so richtig Stellung beziehen. Bleibt zu hoffen, dass sich das Szenario 2020 nicht wiederholt, damit der Kran endlich seine Bar bekommt.