Sieben Grad kalt ist es im Herzstück der neuen Bar «Bierrevier», die am kommenden Dienstag in der Markthalle eröffnet wird. Die beiden Mitinhaber Julia Füzesi und Mathias Thüring sind stolz auf den Kühlraum, der im Zentrum direkt hinter der Holzbar steht. «Bei uns wird das Bier nie warm. Das ist wichtig für die Qualität und diese ist uns sehr wichtig», sagt Thüring und lädt spontan zu einer Kühlraumbegehung ein.

Noch ist er leer. Aber in den nächsten Tagen werden achtzig Fässer mit vierzig unterschiedlichen Biersorten in den Kühlraum gestellt. Durch die vielen Schläuche – im Fachjargon Pythons genannt – fliesst das Bier dann zunächst zu einem Durchlaufkühler. Dort wird das Bier auf die individuell richtige Temperatur herabgekühlt. «Dunkle Biere trinkt man zum Beispiel etwas wärmer, als helle», sagt Füzesi. Anschliessend führen alle Schläuche zu der sehenswerten Zapfsäule auf der Rückseite des begehbaren Kühlschranks geleitet. Diese ist gleichzeitig die Rückwand der Bar. 41 Zapfhähne sind dort, wie die Hühner auf der Stange nebeneinander aufgereiht.

Ein Zapfhahn ist nicht für Bier

Nirgendwo in der Schweiz ist die Auswahl an offenen Bieren grösser. Da macht es auch nichts, dass aus dem Zapfhahn ganz rechts nur Hahnenwasser kommt. «Dieser Rekord war unser Ziel», sagt Thüring. Zählt man die 750 Flaschenbiere dazu, die in einem zweiten Kühlraum in zahlreichen Regalen zum Verkauf bereit stehen, könnte die Anzahl an unterschiedlichen Biersorten im «Bierrevier» sogar europaweit einzigartig sein.

Für die Auswahl der Biersorten aus der ganzen Welt ist Andreas Klein hauptverantwortlich. Seine Firma «Bierlager» beliefert schon länger Gastronomen und Private. «Andreas ist ein echter Bier-Freak. Für ihn ist Bier Hobby, Beruf und Liebe zugleich», sagt Thüring. Gemeinsam mit ihrem Team haben die drei vor einem Jahr bereits den «Bierjohann» in der Elsässerstrasse eröffnet. Das «Bierrevier» ist nun das zweite Projekt der immer grösser werdenden, mittlerweile siebenköpfigen, Familie. «Wir alle teilen eine Leidenschaft. Der ‹Bierjohann› läuft sehr gut. Deshalb haben wir uns entschlossen, dem Bier in der Markthalle ein eigenes Revier zu geben», sagt Füzesi.

Mehr als nur Biertrinken

Damit das Biervergnügen zu einem echten Erlebnis wird, planen die Inhaber neben der Bar und dem Bottleshop in einem Jahr auch die Eröffnung einer eigenen Mikro-Brauerei. Schon früher will das «Bierrevier» auch andere Produkte wie Bierbrand, Biersenf oder Biershampoo in der Markthalle verkaufen. Geplant sind ausserdem zahlreiche Events wie Degustationen, Führungen oder Braukurse. «Bei uns soll man nicht nur Bier trinken, sondern auch zuschauen können, wie es gemacht wird und riechen», sagt Füzesi.

Die gesamte Inneneinrichtung stammt aus der Region. Die Holztische sind von Jacoby, die Möbel aus Brockenstuben und die Sofas aus dem Sud. «Am Anfang war ich nicht sicher, ob wir aus den Räumlichkeiten hier, etwas gemütliches machen können. Jetzt finde ich, es ist uns gelungen», sagt Thüring.