Die Basler Osttangente, der A2-Autobahn-Abschnitt zwischen Schwarzwaldtunnel und Gellertdreieck, ist die meistbefahrene Strecke der Schweiz. Da ihre Kapazität mit täglich bis zu 150 000 Fahrzeugen längst überschritten ist, suchen Bund und Kanton seit Jahren eine Lösung für diesen Flaschenhals.

Nach Informationen der «Schweiz am Sonntag» haben sich die Behörden von Basel und des Bundes von neun untersuchten Lösungen auf eine «Bestvariante» geeinigt, deren Machbarkeit nun vom Bundesamt für Strassen (Astra) weiter analysiert wird. «Es handelt sich um eine Tunnellösung», erklärt Basels Bau- und Verkehrsdirektor Hanspeter Wessels (SP). Konkret: Nach dem Schwarzwaldtunnel fährt der Verkehr in einen Tunnel hinab bis unter dem Rhein hindurch und gelangt erst beim Gellertdreieck wieder an die Oberfläche.

Brief an den Bundesrat

Wie wichtigdie Lösung für die Regierung ist, zeigt sich darin, dass sie ihre Freude über den «Bypass-Ost-Tunnel» in einem Brief von Mittwoch an Bundesrätin Doris Leuthard ausdrückt. Regierungspräsident Guy Morin dankt in dem Schreiben, das der «Schweiz am Sonntag» vorliegt, über die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Astra. Beim Bundesamt heisst es, dass die Variantenstudie «in Projektierung» sei.

Nachdem in einer ersten Planung vorgesehen war, den Engpass oberirdisch mit zwei zusätzlichen Fahrspuren zu lösen, ist die Freude der Regierung verständlich. In einer Petition mit über 11 000 Unterschriften aus allen Parteien hatten sich Anwohner-Vereine gegen eine oberirdische Lösung und für einen Tunnel ausgesprochen.

Im Brief nennt die Regierung einige Vorteile der «Bestvariante». So seien während der Bauzeit geringe Behinderungen des Verkehrs auf der Stammlinie zu erwarten. Zudem werde die Anwohnerschaft nach Fertigstellung des «Bypass-Ost-Tunnels» auf der ganzen Strecke durch weniger Verkehr an der Oberfläche entlastet. Der Langsamverkehr könne von der Breite über die Grenzacherstrasse bis Wettstein zudem neu organisiert werden. Nach Eröffnung des Tunnels könnten die nötigen Unterhaltsmassnahmen der oberirdischen Stammlinie sofort angegangen werden.

Für Wesselsist wichtig, dass zuerst der Engpass behoben und erst dann die Sanierung der Osttangente an die Hand genommen werde. Umgekehrt seien sonst wegen der Bauarbeiten Verkehrsprobleme in der Stadt zu befürchten.

Die Finanzierung des Tunnels ist noch nicht geregelt. Für eine oberirdische Lösung hatte der Bund rund 900 Millionen Franken veranschlagt. Im Mai wird der Bundesrat eine Botschaft über die Beseitigung von Autobahn-Engpässen zur Vernehmlassung veröffentlichen. Für Basels Regierung ist es «zentral», dass auch Basels «Bypass-Ost-Tunnel» darin aufgeführt wird.