«Das können Sie gerne so schreiben», sagt Martin Künzel. «Wir eröffnen ohne Bewilligung vom Bau- und Gewerbeinspektorat. Und wenn sie uns eine Busse aufbrummen wollen, dann fechten wir die an.»

Die gestrige Eröffnung der Plaza Lounge ist das nächste Kapitel in einer Geschichte, die bereits im vergangenen Jahr in einem Riesenknatsch gipfelte. Ein kurzer Rückblick: Anfang August wurde bekannt, dass Tobias Zeindler mit seiner Eventagentur Zappzoom den Plaza Club am Messeplatz übernehmen und in «Playboxx» umtaufen wollte. Er sollte den Club von Sadik und Burhan Arslan übernehmen, die ihrerseits aufgrund von ausbleibenden Gästen und Erfolg acht Monatsmieten nicht mehr gezahlt hatten. Deshalb wurde ein neuer Mieter gesucht, Zeindler sah sich in der Poleposition, verkündete stolz die Eröffnung im August.

Zustande kam diese nie, auch nicht am Ausweichdatum im November. Denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass Zeindler nie im Rennen war. «Das war gelogen. Wir haben die Meyman GmbH von den Gebrüdern Arslan gekauft, und deshalb war von Anfang an klar, dass wir die neuen Betreiber sind», erklärt Künzel. «Wir», das ist eine Interessensgemeinschaft, bestehend aus sieben Personen, deren Vertreter Künzel ist. Künzel, ehemaliger Saalbetreiber des Volkshauses, ist eine der fünf Personen der Interessensgemeinschaft, die in die neue Plaza Lounge – so heisst die Lokalität im Untergeschoss des Swissôtel Le Plaza neu – investiert haben.

Verwirrung um den Vertrag

Doch auch wenn sie die GmbH der Vorgänger übernommen haben, ohne Knatsch geht es auch jetzt nicht. Weil die Swissôtel-Direktorin Brigitte Fritz die IG rund um Künzel nicht wolle, wie Künzel sagt, versuche sie, ihnen Steine in den Weg zu legen. «Das beste Beispiel dafür ist, dass wir keine Bewilligung bekommen. Das Bauinspektorat hat auf unseren Antrag vom 23. Dezember erst am letzten Freitag geantwortet, und geschrieben, dass der Untermietervertrag fehlt. Den brauchen wir aber gar nicht, weil wir ja durch die Übernahme der GmbH die Hauptmieter sind. Also kann nur Fritz beim Bauinspektor mit dieser Idee interveniert haben.» Fritz war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Ausserdem sei es lediglich ein Patentwechsel und deswegen gäbe es keinen Grund, um die Eröffnung nicht zu erlauben. «Deshalb öffnen wir jetzt einfach», so Künzel selbstbewusst. Dass dieser Schritt einfach gegangen werde, hängt auch damit zusammen, dass Künzel von einer ganz bestimmtem Seite Unterstützung bekommt: «Die CS hat unser Konzept gutgeheissen», so Künzel. Und der Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Hospitality hat die Immobilie des Swissôtel Le Plaza Basel im August 2012 erworben.

Kosten bereits gedeckt

Auch mit dem Zuspruch der CS haben Künzel und Co. aber noch keinen unterschriebenen Vertrag. «Ich bin aber absolut sicher, dass wir den bekommen. Wir wollen ihn für fünf Jahre mit Option auf weitere fünf.» Und wenn sie den Vertrag unterzeichnet haben, dann werde man auch die acht Monatsmieten, die ihre Vorgänger nicht bezahlt hatten, nachzahlen. Dass sich dies die neuen Betreiber der Plaza Lounge überhaupt leisten können, hänge mit ihrem Konzept zusammen.

«Eigentlich haben wir 365 Tage im Jahr geschlossen. Wir haben keine festen Öffnungszeiten, weil wir kein Dancing und kein Club sind. Unsere Lokalität kann man mieten. Selber öffnen wir nur während der grossen Messen und der Fasnacht.» 65 Tage im Jahr müsse die Lounge von Auswärtigen gemietet werden, dann sind die Ausgaben bereits gedeckt. «Da wir nicht fix hier arbeiten, sondern nur dann, wenn wirklich ein Event stattfindet, und Essen nur von einem Catering-Service anbieten, können wir die Personalkosten bei 15 Prozent halten. Ein Restaurant hat im Vergleich 45 Prozent», so Künzel, der selber Koch und Wirt ist und seit 40 Jahren in der Gastroszene dabei ist. Da also die Interessensgemeinschaft nur die Miete auswirtschaften muss, sei das Ziel dank der Swissbau, der Fasnacht und der Baselworld bereits nach den ersten drei Monaten erreicht.

Weil in den nächsten Monaten auch noch Lokalitäten wie die Kuppel schliessen müssen, erhofft sich Künzel, dass diese Veranstalter zu ihnen wechseln. «Natürlich machen wir teilweise auch Konzerte auf eigene Rechnung, aber das Ziel ist die Vermietung.» Grundsätzlich sei es von jedermann mietbar, Partys für das Volk unter dreissig sollen aber nicht stattfinden. «Wir wollen lieber Konzerte jeglicher Richtung, Geburtstage oder Generalversammlungen.» Und dafür werden Interessenten vorhanden sein, ist er sich sicher. Genauso sicher, wie dass die Bewilligung noch erteilt wird.