Es wird dunkel. Eine Klaviermelodie ertönt. Wie von Geisterhand leuchten die ersten Keulen in verschiedenen Farben auf. Die Musik nimmt Fahrt an und die Leuchtkeulen wirbeln durch die Luft.

Jonglissimo aus Österreich steht auf der Bühne. Die Hauptprobe ist in vollem Gange. Die mehrfachen Weltmeister und Weltrekordhalter sind zwei Tage vor Showbeginn in Basel angekommen. Täglich trainieren die vier Jongleure drei bis vier Stunden. Eine zeitintensive Leidenschaft also, die sie sich ausgesucht haben.

Einblicke in die Hauptprobe von Jonglissimo auf der Young-Stage-Bühne

Einblicke in die Hauptprobe von Jonglissimo auf der Young-Stage-Bühne

Zwei Mitglieder von Jonglissimo, Manuel Mitasch und Dominik Harant, erzählen ihre Erfolgsgeschichte.

Der Vater wars

Manuel und Christoph Mitasch, zwei Brüder aus Oberösterreich. Als der Vater das Jonglieren entdeckte, riss er seine beiden Buben mit. Bald folgten die ersten Auftritte und immer schwierigere Tricks wurden eingeübt. Nachdem sie 2002 den deutschen Weltklasse-Jongleur Thomas Dietz beim österreichischen Jonglierfestival in Klagenfurt trafen, war für sie klar: «So gut wollen wir auch werden.»

Zwei Jahre später brachen die Brüder ihren ersten Weltrekord in der Partnerjonglage mit neun Keulen. Bald darauf folgten weitere Rekorde und drei Weltmeistertitel. Derzeit hält Jonglissimo über 15 Weltrekorde.

(Quelle: youtube.com/jonglissimo)

Weltrekord: 17 club passing trio – 173 catches

Was gibt es denn da noch zu erreichen? «In Sachen Weltrekorde haben wir wahrscheinlich wirklich schon alles erreicht. Doch unser Ziel ist es, ganz von der Jonglage leben zu können», führt Manuel Mitasch aus. Denn momentan arbeitet sein Bruder Christoph noch nebenbei. Er selbst steckt mitten im Studium. Doch dies wollen sie im Verlaufe des nächsten Jahres ändern und sich komplett auf das Jonglieren konzentrieren.

Mit Dominik Harant und Daniel Ledel, beide ebenfalls aus Österreich, bilden sie die Gruppe Jonglissimo. «Dominik und Daniel haben bereits Weltrekorde von uns gebrochen. Einerseits ist das bitter, auf der anderen Seite macht es uns aber auch stolz», erzählt Manuel Mitasch.

Denn die Geschichte ihres Kennenlernens ist eine spezielle: Manuel und Christoph veranstalteten einen Jonglier- Workshop an einer Schule. Dominik und Daniel machten mit und waren begeistert: «Danach haben wir uns selbst zu ihren Proben eingeladen und so wurden wir immer besser.»

Mittlerweile gehören die vier Jongleure zu den besten der Welt. Ihre Shows stellen die Artisten selbst zusammen. Ihr Ziel für das nächste Jahr ist, ein «abendfüllendes Programm mit verschiedenen visuellen Effekten» zu entwickeln. Die Kunst der Jonglage ist zwar inzwischen weitverbreitet. Doch die Leuchtkeulen-Show von Jonglissimo unterscheidet sie von anderen Jongleuren.

(Quelle: youtube.com/jonglissimo)

Promo des Duos Jonglissimo

Wenn schon keine neuen Weltrekorde in Sicht sind, die die vier Österreicher brechen könnten, dann wollen sie ihrem Publikum anders in Erinnerung bleiben. Die Young Stage-Bühne soll für Jonglissimo ein Sprungbrett ins internationale Artisten-Geschäft sein.

Young Stage International Circus Festival Basel ist vom 17.- 20. Mai in «Das Zelt» auf der Rosentalanlage in Basel.