Geschäftsführer Marc Magne verlässt das Restaurant Hahn. Vom Gastgewerbe verabschiedet er sich jedoch nicht, sein künftiger Arbeitsort befindet sich nur wenige Meter weiter oben an der Hammerstrasse: Ab dem 1. Juli übernimmt er die «Walliser Stube», an der Ecke Hammer-/Clarastrasse, gemeinsam mit Mara Ruedi. Sie führt die «Stube» bereits seit 2014. Zusätzlich bedient sie seit dem 1. April die Kundschaft des Klybeck-Casinos, das zehn Jahre lang von Sevta Yalçin geführt wurde. Eine Rochade von Beiz zu Beiz im Kleinbasel.

Es handelt sich nicht um irgendwelche Betriebe: Die drei Lokale haben viel gemeinsam. Alle wurden lange Jahre von erfahrenen und wohletablierten Beizern geführt. Alle erreichen laut Beizkennern Kultstatus: Sie sind traditionsreich und verfügen über eine Stammkundschaft, die sich aus Fasnachtscliquen und zahlreichen Vereinen zusammensetzt. Das Basler Unikum Sir Francis hantiert in der Beiz mit dem Güggel, wo auch die Fasnachtsclique «Vereinigte Kleinbasler» ihren Stamm hat. In die «Walliser Stube» wiederum kehren ebenfalls zahlreiche Fasnachtscliquen ein, ebenso im Klybeck-Casino, wo zusätzlich Wander- und Velovereine zu Hause sind.

Stammkundschaft reicht nicht aus

Doch laut Marc Magne können treue Stammgäste eine Beiz nicht über Wasser halten, wegen stetig steigenden Unterhaltskosten und Abgaben. Gegenüber «Telebasel» erklärte Magne Ende März, dass dem «Hahn» leider die Laufkundschaft fehle. Bei der «Walliser Stube» wiederum sei die Ausgangslage eine andere: Diese Beiz liege an der belebteren und vom Tram befahrenen Clarastrasse.

Die Besitzerin des Restaurants Hahn, eine Genossenschaft, sucht zurzeit nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin. Laut Informationen der bz sollen sich die langjährige Wirtin Therese Bossert und ihr Mann bereit erklärt haben, den «Hahn» zu übernehmen. Sie haben aber verlangt, dass die Genossenschaft den Pachtzins von 6000 auf 4000 Franken reduziert. Therese Bossert bestätigt zwar Gespräche, betont aber auch, dass ein allfälliger Wechsel noch keineswegs fix sei.

In der «Walliser Stube» freut sich unterdessen Mara Ruedi auf die Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Magne. «Marc und Mara werden sich gut ergänzen», meint ihr Mann Michael, der selber auch im Gastgewerbe tätig ist. «Beide haben viel Erfahrung und sind gute Gastgeber.»

Ruedi bedauert, dass ihre Vorgängerin Sevta Yalçin aufhört. «Es ist schade, aber sie hat eine Familie gegründet und will sich darauf konzentrieren.» Yalçin hätte die Beiz zum Florieren gebracht, unter anderem dank der Jazzmatinées am Sonntag. Mara Ruedi sagte sofort zu, als Yalçin sie darauf ansprach, das Klybeck-Casino zu übernehmen. Marc Magne holte Ruedi an Bord, weil sie seine Arbeit schätze und sie es bedauert hätte, wenn er die Kochschürze an den Nagel gehängt hätte. Die zwei leidenschaftlichen Wirte hoffen, die Tradition der Lokale weiterzuführen. «Auch die Jazzmatinées wird es im Klyeck-Casino weiterhin geben», bestätigt Ruedi.