Die Bombe liess Andreas Beck erst am Ende des zahlenlastigen Saisonrückblicks platzen: Er sei zum Schluss gekommen, dass er seinen Vertrag in Basel nach Ablauf der fünf Jahre nicht verlängern werde. «Wechsel gehören zum Wesen des Theaters», sagte der erfolgreiche Direktor, der insbesondere das Basler Schauspiel auf die Erfolgsspur zurückgebracht hat. Inszenierungen wie Simon Stones «Drei Schwestern» sind international gefeiert worden.

Zu den konkreten Gründen seines Abgangs mochte sich Beck nicht äussern, liess aber durchblicken, dass ihm nach Neuem zumute ist. Und dass die Mittel für den Betrieb eines Dreispartenhauses wie jenem in Basel allzu knapp bemessen sind. «Es muss sich strukturell etwas ändern, damit das Haus weiterhin glänzen kann», sagte Beck vor den Medien. Man habe trotz der engen Massgaben bewiesen, dass man künstlerisch liefern könne. 

Nicht nur für den erfolgreichen Direktor muss das Theater Basel eine Nachfolge suchen, sondern auch für den Verwaltungsratspräsidenten: Samuel Holzach teilte mit, dass er schon länger beschlossen habe, 2019 zurückzutreten. Und bedauerte im Namen des Verwaltungsrats sehr, dass Andreas Beck seinen Vertrag nicht verlängern möchte, auch nicht um zwei, drei Jahre. Denn die Auslastungszahlen der laufenden Saison lassen aufhorchen: Aktuell ist die Auslastung um 15 Prozent höher als vor einem Jahr. Eine neuerliche Steigerung der Besucherzahlen ist absehbar.

Auch die vergangene Saison sei positiv zu werten: Da konnte das Theater Basel bei den Eintritten eine Zunahme von 5666 auf 172'013 Besucher verbuchen. Das Programm umfasste 560 Vorstellungen, 31 mehr als in der vorangegangenen Spielzeit. Jene war indessen wegen der Sanierung des Theaters fünf Wochen kürzer.

Markanter Zuwachs im Schauspiel

Wie schon in der Saison zuvor, konnten auch in der Spielzeit 2016/17 zwei der drei Sparten bei den Eintritten zulegen. Besonders gut war das Schauspiel unterwegs, bei dem die Zahl der Besucherinnen und Besucher um 11'417 auf 53'482 anstieg. Die Auslastung stieg dabei von 48,2 auf 62,7 Prozent.

In der Oper musste zwar bei der Auslastung ein Rückgang von 68,4 auf 62,8 Prozent verzeichnet werden. Die Zahl der Eintritte nahm jedoch leicht zu, um 88 auf 58'507. Im Ballett schliesslich sank die Zahl der Zuschauer um 2443 auf 25'511, und bei der Auslastung resultierte ein Rückgang von 81,8 auf 73,6 Prozent.

Tiefere Besuchereinnahmen

Obwohl das Theater Basel in der vergangenen Saison mehr Eintritte verzeichnen konnte, gingen die Besuchereinnahmen um 57'189 Franken auf rund 8,4 Millionen Franken zurück. Die Gesamteinnahmen stiegen jedoch um 647'729 Franken auf 56'3 Millionen Franken.

Gleichzeitig stieg der Betriebsaufwand um 586'996 Franken auf ebenfalls 56,3 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 59'697 Franken gegenüber einem Gewinn von 47'504 Franken in der vorangegangen Spielzeit.

Der Kanton Basel-Stadt steuerte ans Theater insgesamt 40,2 Millionen Franken bei. Weitere 4,5 Millionen Franken flossen ihm von Baselland zu. Angestellt sind beim Dreispartenhaus insgesamt 417 Personen, davon 168 im künstlerischen und 219 im technischen Bereich sowie 30 in Administration und Service.