Bilder wie diese aus dem Coop am Tellplatz kursieren derzeit in sozialen Netzwerken, stets begleitet von Befürchtungen, dass es nun definitiv bergab gehe mit der abendländischen Kultur, dass der Konsum-Wahnsinn über allem stehe und sowieso – dass die Weihnachtsartikel jedes Jahr früher in die Läden kommen. Und dass die ja sowieso alle spinnen.

Von all diesen Behauptungen möchten wir lediglich eine widerlegen: Es wird nicht immer früher mit den Weihnachtsartikeln. Im vergangenen Jahr erschien der erste Artikel zum Thema bei «20 Minuten online» am 5. September mit dem Titel «Bei Spar ist seit dem 31. August Weihnachten» und bereits 2014 widersprach ein Coop-Mediensprecher in der NZZ der Vermutung, dass das Weihnachtsgeschäft jedes Jahr früher beginne (online nicht verfügbar).

Fluchen – und dann doch mampfen?

Interessant hierbei ist die Umfrage im obgenannten 20-Minuten-Artikel mit 11'760 Teilnehmern. 89 Prozent der Teilnehmer geben an, dass erst im November mit dem Verkauf von Weihnachtsartikeln begonnen werden sollte, jeder neunte von ihnen wäre gar für ein Gesetz, das den Lebkuchen-Verkauf im September verbiete. 

Jedoch ist bestens bekannt, dass Verkaufsplatz in Supermärkten begehrt ist und die Händler dank Cumulus und Supercard haargenau wissen, welche Produkte von wem und wann wie viel Umsatz erzielen. Und sich dennoch Jahr für Jahr entscheiden, bereits vor der Herbstmesse erste Weihnachtsprodukte ins Regal zu stellen... sprich: Es wird wohl unter den zahlreichen Weihnachtsgutzi-im-September-Gegnern den einen oder anderen geben, der zwar online flucht, offline aber trotzdem zugreift. Oder wie halten Sie es?