«Wie es mit «Safer Dance Basel» im kommenden Jahr weitergeht, ist noch unklar», schrieb die bz Anfang 2017. Der Kanton werde das Projekt der Suchthilfe Basel und des Vereins «Subsdance» auswerten und dann entscheiden. Entschieden wurde in diesem Jahr jedoch nicht viel, die Verantwortlichen erhielten noch einmal die gleiche Antwort. Das Geld des Kantons ist noch für dieses Jahr gesichert, der Rest des Projekts wird mittels «Fundraising» finanziert.

Doch zurück zu den Anfängen: 2013 führt das Gesundheitsdepartment in Basel mit Contact Netz Bern ein Pilotprojekt namens «Rave it Safe» durch. Auf Partys können die Feierwütigen ihre Drogen testen lassen. Dafür muss etwa ein Viertel der Pille abgegeben werden. Eine halbe Stunde dauert es, bis das Ergebnis bekannt gegeben wird. Eine gute Sache, findet das Gesundheitsdepartement und macht sich auf die Suche nach einem lokalen Partner. Sie wenden sich an die Suchthilfe Basel und an den Verein «Subsdance».

Die beiden Vereine rufen das Projekt «Safer Dance Basel» ins Leben. Das Prinzip ist das selbe: Vier bis fünf Mal pro Jahr besuchen die Mitarbeiter Partys und Festivals und bieten dort mit ihrem Labor Drogentests an.

Zudem sind sie mit einem Informationsstand vor Ort und bieten auch eine Chill-out-Zone an, wo Früchte oder Getränke konsumiert werden können. Während der Tests füllt der Konsument einen Fragebogen aus. Die Antworten und die Ergebnisse des Testes werden in einer schweizweiten Datenbank gesammelt.

Das Labor mietet «Safer Dance Basel» von Bern. Es werden auch Präventionseinsätze ohne Labor durchgeführt. Für 2016 und 2017 unterlagen «Safer Dance Basel» Leistungsvereinbarungen der beiden Kantone. Basel-Stadt bezahlte 20'000 Franken, Baselland leistete einen Beitrag von 12'000 Franken. Für das Jahr 2018 wurden neue Leistungen vereinbart: «Für dieses Jahr sind uns noch 16'000 Franken vom Kanton Basel-Stadt und 6000 Franken vom Kanton Baselland zugesichert. Dies entspricht rund 50 Prozent der Kosten für unser Projekt», sagt Oliver Bolliger, Leiter des Beratungszentrums der Suchthilfe Region Basel. Der Rest würde mit Fundraising finanziert.

Geplant sind fünf Einsätze. «Je nach Möglichkeit werden ein bis zwei Einsätze mit dem mobilen Drug-Checking-Angebot des Kantonsapothekeramtes Bern begleitet», steht im Jahresbericht des Projektes. Doch: Wie es weiter geht, weiss auch Bolliger nicht so genau: «Die Zukunft des Projektes ist noch ungewiss.»

Auch seitens Kanton. Eveline Bohnenblust, Leiterin Abteilung Sucht, gibt die gleiche Antwort wie im letzten Jahr: «Wir werden die Einsätze und Erfahrungen von ‹Safer Dance Basel› auswerten und dann entscheiden, wie es im nächsten Jahr weiter geht.»

Clubbesitzer nicht überzeugt

Auch einige Clubbesitzer sind noch skeptisch. Während unter anderem das Borderline und das Viertel (ehemaliger Hinterhof) begeistert mitmachen und «Safer Dance Basel» an zahlreichen Partys beherbergen, sind andere noch unsicher. «Letzten September hatten wir einen Runden Tisch mit Vertretern der beiden Kantone, diversen Clubbesitzern und Festivalveranstaltern, sowie den Peers, jungen szenennahen Mitgliedern vom Verein Subsdance.» Alle Clubbesitzer seien sehr offen gewesen. Die Idee, dass sich auch die Clubs an der Finanzierung von «Safer Dance Basel» beteiligen könnten, traf jedoch auf Ablehnung.

Mit einem Anzug von Ex-SP-Grossrat Otto Schmid ändern sich die Zukunftsperspektiven des Projektes noch einmal. Er fordert, dass es in Basel, wie schon in zahlreichen anderen Kantonen eine fixe Drogenteststelle gibt. «Mit dieser könnte man ‹Safer Dance Basel› noch unterstützen und erweitern», so Schmid.

Ihm sei klar, dass Konsumenten ihre Drogen eher während einer Party als an einem Dienstagnachmittag testen lassen würden. Dennoch sei er von der Notwendigkeit einer solchen Stelle überzeugt. Die Beantwortung dieses Anzuges könnte mehr Klarheit schaffen, doch auch diese lässt noch auf sich warten.