Physiotherapeutin und Laufexpertin Kirsten Vorster von der Reha City nahm bereits zum zweiten Mal die Lauftechnik unter die Lupe und zeigte den Schülerinnen und Schülern laufspezifische Kraftübungen. «Mit einem kraftsparenden Laufstil läuft man leichter und effizienter», erklärt Kirsten Vorster. Eine saubere Armhaltung, aufrechter Oberkörper, eine hohe Schrittfrequenz und ein flacher Fussabsatz ergeben einen ökonomischen Laufstil.

Motivationsloch vor den Ferien

Zwei Wochen vor dem Halbmarathon sind noch sechs Schülerinnen und Schüler von ursprünglich zehn übrig geblieben. Eine Knieverletzung gleich zu Beginn, ein Velounfall, ein Wechsel der Schule wegen zu schlechten Noten und eine Aufgabe wegen Motivationsproblemen sorgten noch vor den Sommerferien für eine Dezimierung der Laufgruppe.

Biologielehrer André Christ, der das Projekt leitet, ist mit dem bisherigen Verlauf aber trotzdem zufrieden. «Vor den Sommerferien fielen alle in ein kleines Loch.» Der nahende Notenabschluss hätten den Fokus etwas weg vom Laufprojekt genommen. «Der Testlauf vor zwei Wochen über zehn Kilometer hat aber gezeigt, dass die Motivation und damit der Trainingseifer wieder zurück sind», konstatierte Christ zufrieden.

Noch immer etwas zu kämpfen hat Elea Schlumpf. Auch wegen körperlichen Beschwerden während und nach dem Laufen. «Die langen Trainingsläufe zur Erlangung der Wettkampfhärte fallen mir schwer.» Auch Viviane Vorster, Sophie De Voogd und Magalie Leonhardt geben offen zu, das Projekt unterschätzt zu haben. «Dass der Aufwand so gross ist, habe ich nicht gedacht. Wir mussten alle unsere privaten Sportaktivitäten aufgeben», verrät Viviane.

Müssen statt dürfen

Bei Wind, Regen und grosser Hitze mussten Kilometer abgespult werden. Eine Zeit für den 21 Kilometer langen Halbmarathon nehmen sie sich keine vor. Davon seien sie abgerückt, so Magalie Leonhardt. «Das Ziel ist durchzukommen.» Der Druck, auf dieses eine Ziel hinzuarbeiten, fiel ihr manchmal zur Last. «Das Training war halt auch ein Müssen und kein Dürfen. Fast wie bei einer Prüfung.» Spass habe es aber schon gemacht, sind sie sich einig. Viviane Vorster wird nach Kopenhagen weiterlaufen. «Aber sicher nicht in dieser Intensität», sagt sie mit einem Lächeln. Sophie De Voogd will in Binningen in den Leichtathletikverein eintreten. Sie sieht sich aber mehr im Sprint als auf der Langstrecke.

Projektleiter André Christ macht den ganzen Trainingsaufwand mit und will in Kopenhagen ebenfalls an den Start gehen. Zehn Tage vor dem Abflug nach Dänemark ist er vor allem mit organisatorischen Fragen zum Lauf und zur Reise beschäftigt. Etwas gibt er den Schülerinnen und Schülern auf den Weg. «Am Donnerstag, Freitag und Samstag gehen wir früh ins Bett. Dann laufen wir am Sonntag den anderen davon. Und danach können wir Party machen. Da bin ich dann auch dabei.»