Know-how, Coaching, Businessplan – wenn Florian Blumer spricht, dann findet sich in jedem zweiten Satz ein englisches Wort. Blumer ist Wirtschaftsprofessor an der Fachhochschule Nordwestschweiz und Vizepräsident des Vereins «Startup Academy». Die «Startup Academy» ist eine Art Brutkasten für Jungunternehmen. Die Academy fördert junge Unternehmerinnen und Unternehmer beim Geschäftsstart. Und trotz der vielen englischen Wörter sagt Blumer: «Wir sind sehr niederschwellig.» Für die Aufnahme in die Academy reicht eine gute Idee. Momentan werden unter anderem ein Handwerker, der fugenlose Böden verlegt und ein Verkäufer, der peruanische Designerkerzen an den Mann bringen will, von der Academy unterstützt. «Die Leute haben Ideen», sagt Blumer. «Wir werden jeden Tag überrascht, wie fantasievoll sie sind.»

Angebot ausgebaut

Bei der Umsetzung dieser Ideen bietet die Academy Unterstützung in verschiedenen Bereichen an. Das Förderprogramm entspricht einem Geldwert von rund 20000 Franken. Bei den Startup Students handelt es sich um Studenten der Betriebswirtschaft an der Universität Basel und der Betriebsökonomie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Die Mentoren kommen aus der lokalen Wirtschaft.

22 Arbeitsplätze

Hinzu kommt neu, dass die Academy ihren Jungunternehmen Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern bietet die Academy 22 Arbeitsplätze. Die Tagesmiete beträgt 25 Franken, die Monatsmiete 350 Franken. «Coworking Space» nennt sich diese Form des Zusammenarbeitens in einem Grossraumbüro im Basler Dreispitzareal. Ein Bestandteil des «Coworking Space» ist der Austausch zwischen den Jungunternehmern. Sie können sich nicht nur über jeweilige Probleme unterhalten: «Wenn sich Leute treffen, entstehen auch neue Ideen», sagt Florian Blumer. Als Beispiel nennt er mit «shochzwei» und «SAPA» zwei Unternehmen, die sich zusammengetan haben und so den Sprung in die letzte Runde des Wettbewerbs zur Zwischennutzung des Klybeck Hafenareals schafften.

Zusammenarbeit mit Business Parc

Das ist eine der ersten Erfolgsmeldungen für die Academy. Seit dem Herbst 2010 befindet sie sich «im operativen Betrieb», wie Florian Blumer sagt (siehe Box). 20 Jungunternehmen wurden seither ausgewählt, die am Programm teilnehmen. 10 Jungunternehmen befinden sich noch auf der Warteliste.

Mit ihren drei Pfeilern – Unterstützung der Studenten, Beratung von Experten und Angebot an Büroräumen – sei die Startup Academy ein in Basel einzigartiges Modell, sagt Blumer. Ein vergleichbares Modell bieten in Reinach und Zwingen seit Jahren die sogenannten «Business Parcs». Auch wenn die Ausrichtung ähnlich sei, will Florian Blumer die Academy nicht als Konkurrenz zu den Business Parcs bezeichnen. Im Gegenteil: «Wir sind in Verhandlungen, die Eckpunkte einer Kooperation festzulegen», sagt Blumer.

Tage der offenen Türen bei der «Startup Academy Basel»: Heute Donnerstag, 12. April und morgen Freitag, 13. April, 9 bis 17 Uhr an der Bordeauxstrasse 5, Basel.