Auf diesen Erfolg hätten die Basler Verkehrsplaner gerne verzichtet: Im vergangenen November wurde der Centralbahnplatz in Basel zur gefährlichsten Tramhaltestelle in der Schweiz gekürt. Die Basler Regierung reagierte prompt und relativierte die Dramatik der Angaben. In der Studie würde jedes Stolpern im Tram und beim Ein- und Aussteigen der Situation am Centralbahnplatz in die Schuhe geschoben. Nichtsdestotrotz musste auch die Regierung zugeben, dass der Platz vor dem Bahnhof verkehrstechnisch einer der gefährlichsten Orte, wenn nicht der Schweiz, dann aber doch der Stadt ist.

Doch der Bahnhofsplatz hat noch ein anderes Problem: Die maroden Gleise sind bereits sehr lange in Betrieb und machten in den vergangenen Jahren immer wieder Sanierungsarbeiten nötig. Zuletzt musste im Winter 2016 eine Doppelkreuzung kurzfristig ersetzt werden, da sie laut Bruno Stehrenberger, Leiter Infrastruktur bei den BVB, nahezu auseinander gefallen wäre. Eine Verbesserung des Status quo war demzufolge dringend notwendig.

Grossbaustelle ab März 2019

Mittlerweile ist klar, dass die Basler Verkehrsbetriebe und das Bau- und Verkehrsdepartement dieses Grossprojekt von Frühling bis Herbst 2019 angehen werden. Geplant sind die Bauarbeiten von März bis September.

Im aktuellen Kantonsblatt wird nun nach einem geeigneten Ingenieurbüro für die Bau- und Projektleitung gesucht. Die Kriterien, die das Bau- und Verkehrsdepartement für potenzielle Bewerber aufführt, lassen darauf schliessen, dass das grosse Umbauprojekt mehrere Millionen Franken kosten dürfte.

Als vorrangigen Grund für die Bauarbeiten nennt das BVD in der Ausschreibung allerdings die Sanierung der Gleise und die Anpassung der Haltestellen an das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG). Im Rahmen dessen sollen bis ins Jahr 2023 alle Tram- und Bushaltestellen in Basel barrierefrei umgebaut werden. Ob auch die Sicherheit am hochfrequentierten Bahnhofsplatz ein Thema sein wird, lässt das BVD offen. Zu hoffen wäre es, immerhin drängen sich hier seit Jahren Trams, Velos, Busse und Fussgänger eng aneinander vorbei.

Gastronomen verärgert

Bevor die Pendler am Bahnhof von einer verbesserten Situation profitieren können, wird sich der Centralbahnplatz aber für mehrere Monate in eine Grossbaustelle verwandeln. «Da es sich um einen so zentralen Verkehrsknotenpunkt handelt, ist sicherlich davon auszugehen, dass es auf dem Tram- und Busnetz der BVB zu Umleitungen kommen wird», sagt Sonja Körkel, Mediensprecherin der BVB. «Das Konzept zum Umgang mit der Ausnahmesituation befindet sich aktuell in der Erarbeitung und die BVB wird frühzeitig darüber informieren.»

Die Betreiber der Restaurants und Hotels am Centralbahnplatz wurden bislang nicht über die Bauarbeiten informiert. Sie sind wenig erfreut über diese Neuigkeiten und befürchten, dass sich ihre Gäste durch monatelange Lärmbelästigungen und Baustellen gestört fühlen könnten.

Sichtlich verärgert ist auch Harald Süss, der Betreiber von Burger King am Centralbahnplatz: «Bauarbeiten vor dem Restaurant verändern die Kundenströme immer. Darauf müssen wir uns unbedingt rechtzeitig vorbereiten. Je nachdem, ob wir dadurch mehr oder weniger Kunden haben, müssen wir die Personalplanung entsprechend anpassen sonst machen wir schnell enorme Verluste.»