Ein Reihenhaus im Juli: Seit Tagen brennt kein Licht mehr in den Fenstern, der Briefkasten ist überfüllt und das Auto wurde auch schon lange nicht mehr bewegt. Für einen potenziellen Einbrecher sind das willkommene Indizien, die deutlich signalisieren: «Wir sind in den Ferien, auf das Haus passt niemand auf.»

Diese offensichtlichen Zeichen sind bekannt. Um sie zu verhindern, wurden Zeitschaltuhren entwickelt, die die Beleuchtung immer wieder einschalten und bei der Post können Kunden inzwischen eine Postrückhaltung beantragen, damit der Briefkasten nicht überquillt.

Bewährte Prävention hilft nicht

Solche Methoden helfen allerdings nicht, wenn am Gartentor ein Schild hängt, auf dem deutlich steht, dass die Bewohner dieses Hauses zurzeit nicht anwesend sind. Das Schild stammt in diesem Fall von einer Servicetechnikfirma. Laut dem Text haben die Bewohner einen Heizungstechniker bestellt, der dann vor verschlossener Tür stand. Die Firma bittet deshalb mithilfe des Schildes am Gartentor um einen Rückruf.

Als die Bewohner des Hauses die Firma telefonisch damit konfrontieren, dass keinerlei solche Arbeiten angefordert wurden, heisst es, man habe sich womöglich in der Tür geirrt. Die Signalwirkung, die von einem solchen Hinweis am Tor ausgeht, scheint den Mitarbeitern nicht bewusst zu sein.

Direkt neben dem Hinweisschild der Servicefirma befindet sich zudem der Zettel eines Händlers aus Zürich, der anbietet allerlei Möbel, Altgold, Spielzeug und Schmuck anzukaufen. Auch dieser Zettel klemmt so im Gartentor, dass jeder Einbrecher direkt erkennen kann, dass durch dieses Tor, schon seit einigen Tagen niemand mehr gegangen ist.

Sogar persönliche Beratung erhältlich

Der Polizei ist durchaus bewusst, dass die Einbruchthematik bei der Bevölkerung gerade im Sommer besonders aktuell ist. Deshalb werden alljährlich zum Beginn der Sommerferien Broschüren verteilt, die über Methoden zur Einbruchprävention informieren. Auch zu möglichst wenig Hinweise über die Ferienabwesenheit in den Sozialen Medien wird dort geraten.

Die Polizei Basel-Stadt bietet sogar persönliche und unentgeltliche Beratung zur Kriminalprävention an. Informationen über die Vermeidung von solchen Hinweisschildern wie dem der Servicetechnikfirma, lässt sich allerdings nichts finden.

Nachbarschaftshilfe ist gefragt

Dem Mediensprecher der Polizei Basel-Stadt- Toprak Yerguz sind bisher keine Einbrüche bekannt, die im Zusammenhang mit solchen Hinweisschildern stehen. Damit Einbrüche verhindert werden können, appelliert Toprak aber an die Nachbarschaftshilfe. «Wenn einem Nachbar solche Zettel und Hinweise auffallen, empfiehlt es sich sehr diese zu entfernen.»

Einbrecher, die gezielt nach solchen Hinweisen Ausschau halten, sind auch in Baselland nicht verbreitet. Der Präventionsberater und Mediensprecher der Polizei Basel-Landschaft Roland Walter weist aber darauf hin: «Zettel welche über längere Zeit am Briefkasten oder an einem Zaun hängen, können auf eine Abwesenheit hinweisen und sind sicherlich zu verhindern. Verbote oder Regeln, die Private und Firmen daran hindern solche anzubringen, gibt es aber nicht.»