Olivier Pagan wischt sich die Stirn ab. Der Schweissausbruch des Zolli-Direktors mag vom Dreiländerlauf stammen, an dem er am Vormittag teilgenommen hat. Noch stärker setzen ihm am Mittag jedoch die Zwischenresultate der Abstimmungen zu. Die Bevölkerung von Basel-Stadt lehnt die Bauvorlage des Basler Zoo mit 54,25 Prozent deutlich ab. Das Ozeanium wird nicht gebaut. Damit wird ein Projekt versenkt, das zehn Jahre Arbeit erfordert hat und in den letzten sechs Monate einem intensiven Abstimmungskampf ausgesetzt war.

«Wir sind enttäuscht und überrascht», sagt Olivier Pagan dann in die Kameras. «Ich habe mit einem knappen Resultat zu unseren Gunsten gerechnet.» In einer Mitteilung wird er später schreiben: «Es ist schade, weil wir eigentlich genau das Ziel verfolgen, das vielen Gegnerorganisationen laut eigenen Aussagen am Herzen liegt: den Schutz der Meere.»
Dass sich hier zwei Auffassungen von Tierwohl und -schutz gegenüberstanden, bestätigt Ozeanium-Gegner und Grossrat Thomas Grossenbacher (Grüne): «Der Zoo hat mit seinem Bildungsargument nicht überzeugt, weil er in dieser Hinsicht verbesserungsbedürftig ist. Ich hoffe, er wird sich dies nach dem Volksentscheid zu Herzen nehmen.»

Vera Webers Husarenstück

Es ist das bittere Ende für den Zolli nach einer in Basel über Wochen höchst emotional geführten Kampagne. Zolli-Direktor Pagan erklärt sich das Resultat in erster Linie mit den Schwierigkeiten, ein Grossprojekt vor dem Volk durchzubringen. «Es bot viel Angriffsfläche: Die einen kritisieren die Tierhaltung, die anderen die Architektur oder die Lage.» Dabei ging es vor dem Volk nur um die Bauvorlage, finanziert gewesen wäre das Grossprojekt vollständig privat. Dabei kritisiert Pagan die harte Kampagne der Gegner, die «oft unter der Gürtellinie» geführt worden sei.

Dafür hat Vera Weber nur ein Lachen übrig. Die Präsidentin der Fondation Franz Weber, die mit den Grünen das Referendum gegen das Ozeanium ergriffen hatte und dann auch den Abstimmungskampf angeführt hat, entgegnet: «Wenn schon waren es die Befürworter, die unter der Gürtellinie waren. Sie haben uns beschuldigt, ‹Fake News› zu verbreiten. Dabei haben wir unsere Quellen stets transparent kommuniziert.» Der Zolli dagegen sei unfähig gewesen, seine Behauptungen zu begründen.

Für Weber ist der Sieg in Basel denn auch ein globales Signal gegen die Branche der Aquaristik. Und so will sie mit ihrer Stiftung den begonnenen Kampf denn auch weltweit fortführen.