Kaum aus dem Zug ausgestiegen, stecken sich die Raucher die erste Zigarette an. Der Qualm zieht über die Perrons und die Bahnhof-Passerelle. Besonders während den Hauptverkehrszeiten, wenn die Pendlerströme dicht durch den Bahnhof ziehen, kommen Reisende in den Genuss von ein paar unfreiwilligen Nikotin-Zügen. Beni Reimann ärgert sich über die «Rauchbelastung für alle Passivraucher».

In ihrem Namen lancierte er am 14. Februar auf der Petitionsplattform petitio.ch die Petition «Rauchfreier SBB Bahnhof Basel».

«Bessere Luft. Kein stinkender Abfall mehr. Kostensenkend.» Das verspricht sich Reimann von einem rauchfreien Bahnhof. Schlussendlich gelte in Zügen schon lange ein Rauchverbot. Das solle nun auf die Bahnhöfe ausgeweitet werden.

Lungenliga mit an Bord

Die Lungenliga beider Basel unterstützt das Vorhaben. Viele Leute hätten sich bei ihnen beschwert, sagten sie gegenüber der bz. Man komme nur völlig eingeraucht zu den Zügen, so die Hauptbeschwerde. Auf der Passerelle sei die Belastung besonders hoch. Aus Sicht der SBB besteht jedoch kein Handlungsbedarf. Sie geben sich mit der momentanen Situation zufrieden. Es genüge, dass alle geschlossenen Räume und unterirdischen Bahnhöfe rauchfrei seien, sagt Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB.

Ob die Belastung im Basler Bahnhof wirklich so hoch ist, darüber sind sich auch die bz-Leser uneins. Laut einer Umfrage stören sich 45 Prozent von ihnen am Qualm im Bahnhof, dem Rest ist der Rauch egal. Die Petition aber stiess auf Anklang – jedoch erst nach einigen Startschwierigkeiten.

326 Unterzeichner

30 Tage hatte der Petitionär Zeit, die nötigen 200 Unterstützer zu finden. Nach der Hälfte der Zeit waren es nur Wenige, die Reimanns Petition mitunterzeichneten. Nach einem Bericht der bz wurden die Rauchgegner mobilisiert. Die Zahl der Unterzeichner stieg rasant an. Nach Fristende kamen insgesamt 326 Unterschriften zusammen. Nun muss sich die Basler Regierung um das Anliegen kümmern. In einem offiziellen Brief wird Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann über die Forderung informiert. Sie hat 30 Tage Zeit, die Petition zu beantworten.