Im Kanton Basel-Stadt ist die Zahl der Leerwohnungen innerhalb eines Jahres um 91 Logis auf 452 gestiegen. In Baselland wurde per Stichtag 1. Juni bei den leerstehenden Logis eine Zunahme um 117 auf 645 verzeichnet, wie es am Mittwoch an einer Medienkonferenz des Basler Präsidialdepartements hiess.

Trendwende nach acht Jahren

Während insgesamt acht Jahren hatte sich zuvor das Wohnungsangebot in den beiden Basel laufend verknappt. Der Tiefststand wurde 2014 mit einer Leerwohnungsquote von 0,2 Prozent in Basel-Stadt und 0,3 Prozent in Baselland erreicht.

Dass es 2015 zur Trendwende kam, ist der hohen Wohnbauproduktion zu verdanken: In beiden Kantonen wurden mehr neue Logis erstellt, als für das Bevölkerungswachstum nötig waren. Laut Peter Laube, stellvertretender Leiter des Statistischen Amts Basel-Stadt, gehen die Fachleute davon aus, dass in einer Wohnung durchschnittlich 1,95 Menschen leben.

Für die rund 860 Personen, um welche die Bevölkerungszahl innert Jahresfrist im Stadtkanton gestiegen ist, hätte es demnach 430 zusätzliche Logis gebraucht. Die Nettoproduktion belief sich jedoch real auf rund 750 Wohnungen. Auch in Baselland konnte mit netto 1700 zusätzlichen Wohnungen das Bevölkerungswachstum von 2300 Personen mehr als aufgefangen werden.

Zuversicht trotz Einbruch

Für das laufende Jahr wird indessen im Stadtkanton mit einem Einbruch bei der Wohnungsproduktion auf netto rund 400 Einheiten gerechnet. Thomas Kessler, Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung, geht jedoch davon aus, dass dank verschiedener Projekte weiterhin genug Wohnungen auf den Markt kommen, um die bis 2035 avisierte Bevölkerungszahl von 220'00 Einwohnerinnen und Einwohnern erreichen zu können.

Kessler beurteilt die Entwicklung auf dem Basler Wohnungsmarkt als "sehr gesund". Immerhin fänden in Basel-Stadt jährlich auch rund 32'000 Personen innerhalb des Kantons ein neues Zuhause. Überdies sei der Anstieg der Mietpreise mit einem Plus von 1,2 Prozent "moderat".

Punkto Mietpreise ist Basel nach Angaben Kesslers vergleichbar mit Bern oder Winterthur. Dagegen seien die Mieten für angebotene Wohnungen in Basel deutlich günstiger als in Zürich, Genf oder Lausanne. 40 Prozent der Basler Wohnungen kosten zudem laut dem Chefbeamten pro Monat 1000 Franken oder weniger.

Rückgang bei den Geschäftsflächen

Während das Angebot an freien Wohnungen in den beiden Basel anstieg, wurde bei den Geschäftsflächen im Gegensatz zum Vorjahr ein Rückgang verzeichnet. Gemäss der jährlichen Erhebung des Schweizerischen Verbands der Immobilienwirtschaft SVIT schrumpfte das Angebot um 3,5 Prozent auf 288'000 m2.

Die Entwicklung war in den beiden Kantonen allerdings unterschiedlich: Während in Basel-Stadt ein weiterer Rückgang um 17 Prozent auf gut 86'000 m2 ungenutzte Geschäftsflächen registriert wurde, resultierte in Baselland ein erneuter Anstieg um 4 Prozent auf gegen 202'000 m2.

Gross ist laut dem SVIT im Stadtkanton namentlich die Nachfrage nach grossen Büroflächen. Bei diesen ging das Angebot in Basel-Stadt innert Jahresfrist um 6400 m2 auf 54'600 m2 zurück, derweil es in Baselland um 15'800 m2 auf 79'200 m2 zulegte.