Asche zu Asche. Der CBD Shop an der Feldbergstrasse ist nicht mehr. Im Internet heisst es: dauerhaft geschlossen. Der Internet-Auftritt von «Greenhouse» ist nicht mehr aufrufbar. «Der Laden ist verkauft», sagt Inhaberin Laura Herbella am Telefon. Die Zeit habe ihr gefehlt. Das klang im August vergangenen Jahres noch deutlich euphorischer: «Das Geschäft läuft sehr gut, das Interesse ist riesig und wir haben auch viele Kunden aus dem benachbarten Ausland», sagte sie damals dieser Zeitung.

Es war die Hochphase der CBD-Shops, von denen es damals mehr als öffentliche Parkhäuser gab. Inzwischen finden sich in den Gelben Seiten noch drei Einträge, bei der virtuellen Suche werden es noch ein paar mehr. Manche davon gibt es aber nur noch im Internet, bei anderen geht nie jemand ans Telefon. In der «Canna Lounge» in der Rheingasse ist das straffreie Kiffen höchstens zur Nebensache geworden. Das Lokal firmiert jetzt als «Panama Bar».

Seltsame Blüten

Was ist los mit Cannabidiol, das vor noch nicht so langer Zeit als das «Gras der Stunde» galt? Auf der einen Seite ist der Markt überschwemmt: «Viele suchten das schnelle Geld und stellten es sich zu einfach vor», sagt Luc Zurbuchen. Er verkauft ebenfalls Gras mit tiefem THC-Gehalt. Seinen «CBD-Tempel» gibt es allerdings nur virtuell, mit einem Büro in Muttenz. «Um die Miete reinzuholen, braucht es schon einen hohen Umsatz mit tiefpreisigen Produkten», sagt er.

Deshalb setzt er auf einen hauseigenen Kurierdienst. Das funktioniere: «Der Umsatz steigt stetig», sagt Zurbuchen. Zahlen will er keine nennen, doch reiche es für ihn und seinen Geschäftspartner je für eine 50-Prozent-Stelle. Ihn überrascht der Schwund an CBD-Läden nicht. Die Konkurrenz sei allerdings noch immer hoch: Gemäss aktuellem Handelsregister versuchen zwei neue Anbieter ihr Glück.

Das Geschäftsumfeld sei schwierig, bestätigt Irmak Acar. Seit Anfang Juli betreibt sie den «Adam’s Shop» an der Basler Heuwaage. Sie ortet ein weiteres Problem. Die Marge der Läden sinkt. Auf der einen Seite, weil der Hype verfliegt. Was aber noch viel schwerer wiegt: CBD ist überzüchtet. Nicht im Sinn von zu viel THC-Gehalt, dieser ist auch seit der Gesetzeslockerung vor rund einem Jahr streng reglementiert. Aber quantitativ trieb der Hype seltsame Blüten: «Es herrscht ein Überfluss von in der Schweiz gezüchtetem CBD-Hanf», sagt Acar.

Das habe die Preise – auch für Indoorware – in den Keller rasseln lassen. Ende vergangenen Jahres berichtete der Zürcher «Tages-Anzeiger», der Grammpreis für das Kraut habe sich halbiert. 400 lizenzierte Produzenten gab es im November schweizweit, Zurbuchen schätzt die Zahl heute auf rund 600. «Gleichzeitig konnten qualitativ nicht alle mit den Erzeugnissen aus dem Ausland, etwa den USA, mithalten», sagt Acar.

Ihr Rezept, um in diesem Markt zu bestehen: Sie bietet nicht nur Importware, sondern auch selbst Gezüchtetes an. Auch sie spüre indes, dass die Luft für CBD-Händler dünn wird: «Es ist ein schwieriges Pflaster.» Doch, gibt sie zu bedenken, in diesem Business ändern sich die Begebenheiten schnell. Für viel Aufregung in der Szene sorgte auch der Eintritt von Grossist Coop. Dort zeigt man sich zwar «zufrieden mit der Nachfrage», doch selbst die Medienstelle des Detailhändlers schreibt auf Anfrage der bz: «Nach dem grossen Ansturm zu Beginn hat sie sich nun aber auf einem Normalniveau eingependelt.» Es ist nicht geplant, weitere CBD-Produkte ins Sortiment aufzunehmen.

Heil in der Legalisierung

Die zu rollenden Blättchen könnten sich vor allem beim Eintritt eines Ereignisses wenden: Wenn Hanf – und nicht nur in der Schwachstrom-Variante CBD – legalisiert wird, wie dies schon in anderen Ländern der Fall ist und auch im hiesigen Parlament immer wieder auftaucht. Es fragt sich nur, ob die jetzigen Anbieter über einen solch langen Atem verfügen.