Die Mitarbeiter der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) und der Baselland Transport AG (BLT) hatten am Freitagmorgen alle Hände voll zu tun. Viele Pendler mussten bei frostigen Temperaturen ausharren, weil gleich auf drei Linien die Trams nicht mehr fahren konnten.

Auf der Linie 14 war ein Tram defekt und blockierte die Strecke im Bereich Käppeli. Schuld war die Kälte: «Eine Luftleitung ist eingefroren», sagt BVB-Sprecher Benjamin Schmid. «Dies führte dazu, dass die Bremse nicht mehr gelöst werden konnte, da die Luftzuleitung unterbrochen war.» Während einer Stunde waren auf der Strecke zwischen St. Jakob und Pratteln Ersatzbusse im Einsatz. Der Zwischenfall auf der Linie 1 im Bereich Brausebad am Freitagmorgen hatte dagegen nichts mit der Kälte zu tun: «Das war eine elektronische Störung am Fahrzeug», sagt Schmid. Das Tram wurde temporär ausser Betrieb genommen.

Die winterliche Kälte und der Schnee seien im Moment noch kein grundsätzliches Problem für die BVB. «Die Schneeräumung ist kein Thema, dafür hat es noch zu wenig Schnee», sagt Schmid. Einzig auf die Haltestellen müssten die Mitarbeiter – mit Unterstützung der Stadtreinigung – ein Auge halten, damit der Boden nicht gefriert und so zur Gefahr für die öV-Benutzer wird.

Trotzdem seien solche Zwischenfälle für die Kunden – besonders bei dieser Kälte – natürlich immer mühsam. «Wir reagieren jeweils sofort und bieten wenn nötig Ersatzbusse auf. Aber bis diese im Einsatz sind, dauert es eben immer einen Moment», sagt Schmid.

Auf der Linie 10 führte ein ganz anderer Grund zum Stillstand: Zu grosse Hitze war schuld daran, dass die Fahrgäste in der Kälte warten mussten. «Auf der Höhe der Haltestelle Dorenbach ist eine Fahrleitung geschmolzen», sagt BLT Direktor Andreas Büttiker. Das komme nur selten vor.

Ursache ist noch unklar

Was genau dazu geführt hat, müsse nun abgeklärt werden. Fakt ist: Die Fahrleitung sei an dieser Stelle erst kürzlich ersetzt worden. Veraltet ist das Material also nicht. Wie immer wenn eine Fahrleitung schmilzt, kämen unterschiedliche Ursachen infrage: «Es könnte eine Schwachstelle in der Fahrleitung gewesen sein», sagt Büttiker. Aber auch übermässiger Strombezug könne eine Fahrleitung zum Schmelzen bringen.

Bis die Leitung ausgetauscht war, verkehrten auf der Strecke der Linie 10 zwischen Hüslimatt und Heuwaage Ersatzbusse. Für die Reisenden sei die Situation ungefährlich gewesen. «Die Fahrleitung hat den Boden berührt, es hat einen Kurzschluss gegeben und die Sicherung ist sofort rausgefallen», sagt Büttiker. Gefährlich werde es, wenn in einer Fahrleitung noch Strom fliesse. «Dann darf niemand das Tram verlassen, bis der Strom unterbrochen ist. Das wäre sonst lebensgefährlich», sagt Büttiker. Das wüssten die Tramchauffeure aber und würden die Fahrgäste entsprechend informieren.

Am Nachmittag kam es auf der Linie 14 erneut zu einem Unterbruch. Dieses Mal im Bereich St. Jakob. Grund war ein Stromausfall. Zwischen Aeschenplatz und Pratteln verkehrten Busse.