Geht es nach der Muttenzerkurve, muss der FC Basel den ersten Ernstkampf dieser Saison im Ausland ohne grosse Unterstützung vor Ort bestreiten. Wenn er am 24. Juli im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League auswärts auf Paok Saloniki trifft, verfolgen die Kurven-Fans das Spiel zuhause.

Die in der Muttenzerkurve organisierten Fans boykottieren das Spiel in Griechenland, da sie die Restriktionen für den Eintritt ins Toumba-Stadion zu rigide finden. Das schreibt die «Tageswoche» basierend auf einem Eintrag auf der Webseite der Muttenzerkurve.

Die Behörden in Griechenland verlangen eine Personalisierung der Tickets für die Gästefans – ein Vorgehen, dass die Muttenzerkurve nicht goutiert. Es wecke Erinnerungen an die Bemühungen des Vereins 2002 und nach den Ausschreitungen im Mai 2006 einen Fanpass einzuführen. Damals wehrte sich die Muttenzerkurve schon vehement gegen eine Registrierungs-Pflicht.

Die Registrierung ziele darauf ab, das «wilde Element» der Fankultur zu bekämpfen, schreibt die Kurve. «Wär sich zur organisierte Fanszene bekennt, söll sich däm Uffruef aaschliesse und em Gäschteblock färnbliibe.» 

Trainer Raphael Wicky bedauert, dass die Fans in Griechenland fehlen werden: «Wir spielen immer lieber vor unseren Fans, weil sie wirklich fantastisch sind. Die Gründe müssen wir einfach respektieren.» Und auch Sportchef Marco Streller betont, dass er die Fans gerne dabei hätte. «Aber da geht es um Gesetze, die ich nicht beeinflussen kann. Jetzt sind wir halt auf uns alleine gestellt.»

Die Anhänger des Gegners Paok sind keine unbeschriebenen Blätter. Vor allem jene aus der Kurve «Gate 4» gelten als gewltbereit. Die griechischen Behörden haben dementsprechend strenge Sicherheitsregeln bei Fussballspielen. Laut dem Portal «Faszination Fankurve» sind personalisierte Tickets bei Spielen im Europacup Gewohnheit. Bei Partien mit erhöhtem Sicherheitsrisiko – was meist Spiele zwischen den grossen Klubs des Landes sind – seien schon seit Jahren keine Gästefans mehr zugelassen. (zam)