Es ist fünf vor zwei an einem sonnigen Dienstagnachmittag Anfang Juli. Vor dem Roten Haus der Elektra Birseck Münchenstein (EBM) warten elf ungeduldige und vorfreudige Kinder mit ihren Eltern darauf, dass es endlich losgeht. Endlich, die grosse Tür zur Werkstatt geht auf, ihr Ferienpass-Spass beginnt und sie dürfen anfangen, an ihren Solartraktoren zu basteln.

Ein paar Minuten später ist es soweit. Die acht Jungs und drei Mädchen haben sich im Innern der Werkstatt an die grossen Tische gesetzt. Jedes Kind hat eine grosse Plastikbox vor sich, in der allerlei Zubehör, Holzstücke, Gummireifen und Winkel liegen. Noch ist den Kindern nicht klar, wie aus diesem Durcheinander aus Material einmal ihr solarbetriebener Traktor werden soll.

Eines fällt aber direkt auf: «Hä, wo ist denn eigentlich die Solarzelle?», fragt ein Achtjähriger. Bevor die Betreuerin Claudia Stachl antworten kann, hat schon sein Nachbar eine Erklärung parat: «Die Energiequellen kommen eigentlich immer zum Schluss.» Als die Betreuerin dann doch noch zu Wort kommt, erzählt sie, dass die Solarzellen nicht in der Box liegen, damit sie während des Bastelns nicht kaputt gehen, und macht dabei gleich auch auf die Vorteile der Solartechnik aufmerksam: «Die Batterien sind irgendwann ja leer und müssen entsorgt werden, die Sonne am Himmel hält aber ewig.» Die Kinder nicken wohlwissend und wollen jetzt endlich anfangen. Also geht es los.

Ölkreide oder Spraydose?

Die beiden Betreuerinnen erklären einen Handgriff nach dem anderen. Erst die Winkel, dann die Schrauben, dann die Mutter – und wer schneller ist als die anderen, kann schon damit anfangen, die Holzplättchen mit Ölkreiden zu verschönern.

Bald hat sich die anfängliche Aufregung gelegt und die Kinder malen und schrauben konzentriert an ihren Projekten. Nebenbei werden die effizientesten Maltechniken diskutiert. «Wir könnten es auch einfach besprayen. Das würde viel schneller gehen», sagt einer der Jungs. «Dann müsste es aber mega lange trocknen», kommt prompt die Antwort. Also wird weiter mit Wachsmalkreiden gemalt bis Traktor, Hände und Gesicht schön bunt sind.

Gratis in die Badi

Dieser Workshop mit dem Titel «Baue deinen Solartraktor» ist nur eines von 87 Kreativangeboten des Basler Ferienpasses. Andere Workshops heissen «chinesische Akrobatik», «Brotbacken im alten Holzofen», «Poetry Slam» oder «Dem Trinkwasser auf der Spur». Gedacht sind sie für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren, die während den Sommerferien in der Region bleiben und gemeinsam mit anderen Kindern lernen, spielen und tüfteln wollen.

Den Ferienpass Basel gibt es mittlerweile seit 43 Jahren, nach wie vor ist er begehrt. Neben den Kreativangeboten können Kinder mit dem Ferienpass im Rahmen des Grundangebotes auch gratis ins Gartenbad, in die Freizeithalle Dreirosen oder ins Museum.