Fertig spekuliert: Am Mittwoch präsentierten das Basler Bau- und Verkehrsdepartement und der Verein Pro Innerstadt ihre Pläne für die Umgestaltung der Freien Strasse. Anlässlich der ohnehin notwendigen Leitungssanierung wird die grösste durchgehende Flaniermeile Basels ans Gestaltungskonzept Innenstadt angepasst.

Fläche wird flexibler nutzbar

Ab 2020 sollen die Trottoirs im gesamten Perimeter wegfallen und der Bereich mit Bodenplatten aus Alpnacher Quarzsandstein belegt werden. Der Dreizackbrunnen am Fuss des Münsterbergs rückt um einige Meter Richtung Freie Strasse. Dasselbe gilt für den Baumstandort an der Bäumleingasse. Ausserdem wird der Baum mit einer Rundbank eingekleidet, die zum Verweilen einladen soll.

In der Kaufhausgasse und im oberen Teil der Barfüssergasse werden die Strassenränder mit geschliffenen Rheinwacken gepflästert, auch hier entfallen die Trottoirränder. Kostenpunkt des Projekts: 15,6 Millionen Franken.

«Um die Einkaufsstrasse sowohl für Besucher als auch für Anrainergeschäfte und Gastronomiebetriebe attraktiv zu gestalten, muss man jetzt investieren», sagt Pro-Innerstadt-Geschäftsführer Mathias Böhm. Durch das Projekt werde die Zone flexibler nutzbar. So könne die Fläche ohne Aufwand für die Fasnacht oder andere Veranstaltungen geräumt und der Zubringerdienst gewährleistet werden. «Dann kommen auch wieder mehr Restaurants in die Freie Strasse», so Böhm.

Generell lege man viel Wert darauf, die Geschäfte und Anwohner möglichst wenig zu beeinträchtigen. Deshalb würden die Bauarbeiten in mehreren Etappen vorgenommen, die sich über drei Jahre verteilen. «Die Zugänglichkeit der Strasse bleibt auch während des Baus gewährleistet», sagt Böhm. Auch die Fasnacht könne wie gewohnt stattfinden.

Der ausgewählte Schweizer Quarzsandstein ist nicht ganz billig: Rund 1000 Franken kostet ein fertig verlegter Quadratmeter davon — 680 Franken mehr, als wenn man die Fläche geteert hätte. «Die internationalen Topkonzerne in der Freien Strasse erwarten eine wertige Gestaltung», sagt Böhm. Unter anderem deshalb habe man von einem Teerbelag abgesehen. Ausserdem habe sich der Stein andernorts schon bewährt: «In Aarau und Luzern zum Beispiel hat man den Stein für die Gestaltung der Altstadt verwendet», sagt Projektleiterin Andrea Kyburz.

Wird der Stein schnell fleckig?

So weit braucht man aber gar nicht zu gehen. Denn auch der Bodenbelag in der Greifengasse besteht aus dem Obwaldner Naturmaterial. Weil der Stein relativ porös und deshalb anfällig für Flecken ist, hat er im Vorjahr einen Disput ausgelöst: Er liesse sich nicht richtig reinigen — deshalb verkomme die Greifen- langsam aber sicher zur Schmuddelgasse. Das behauptete LDP-Grossrat André Auderset 2018 in einer Interpellation an die Regierung.

«Der Stein lässt sich sehr gut reinigen», dementiert Kyburz heute Mittwoch. Ausserdem könne man mittlerweile beobachten, dass der Belag in der Greifengasse eine Art Schutzbelag bekommen hätte. «Die Flecken auf den frisch verlegten Platten könnte man mit dem ersten Kratzer am neuen Velo vergleichen, über den man sich so grausam nervt», sagt Kyburz.

Im Nachhinein sei die Verschmutzung der Steinplatten aber gar nicht so schlimm, wie anfangs angenommen. Auderset indes findet die Idee «immer noch einen Seich». Da das Konzept aber bereits beschlossen worden sei, könne man halt nichts mehr daran ändern.