Speziell sieht es nicht aus, das aus Sandstein gefertigte Taufbecken, das Bodenforscher in der ehemaligen Barfüsserkirche endeckten. Mit einem knappen Meter Durchmesser und 900 Kilogramm Gewicht ist es aber ein wuchtiges Relikt aus vergangenen Zeiten.

Am Becken wurden bisher keine Ornamente oder Inschriften entdeckt. Doch die Archäologische Bodenforschung schätzt das Alter des Taufbeckens auf über 600 Jahre. Es gehörte im 13. und 14. Jahrhundert möglicherweise zur Barfüsserkirche oder einer Kirche im Umfeld des Barfüsserklosters, wie das Präsidialdepartement in einer Mitteilung schreibt.

Das um 1250 von den Franziskanern gebaute Barfüsserkloster wurde nur rund 50 Jahre später durch einen Neubau ersetzt. Von diesem steht heute noch die Barfüsserkirche. Der Kreuzgang und das zugehörige Klostergebäude befanden sich an der Stelle des Stadtcasinos.

Die Forscher stiessen anlässlich des Erweiterungsbaus im Stadtcasino auf das aus dem Spätmittelalter stammende Relikt. Es lag über fünf Meter unter dem Parkett des Musiksaals verborgen und wurde 1844 im Kellerboden des neu errichteten Kaufhauses als Wassersammler umfunktioniert.

Bei den Ausgrabungen legten die Bodenforscher im Kreuzgarten, der als Friedhof genutzt wurde, bislang 80 Gräber und über 50 verlagerte Skelette frei. Vom Säugling bis zur älteren Person sind alle Altersgruppen vertreten. In zwei Massengräbern mit bis zu 7 Bestattungen waren wohl Opfer von Epidemien bestattet.

Ab 1528 gehörten Kreuzgang und Kreuzgarten zur neu gegründeten «Irrenanstalt». Einige der Schädel der freigelegten Skelette waren aufgebohrt oder aufgeschnitten, was darauf hindeutet, dass hier auch Patienten beerdigt wurden. (zam)

Öffentliche Führungen zeigen jeweils am Dienstag ab 12 Uhr den aktuellen Stand der Ausgrabungen. Am Fasnachtsdienstag findet keine Führung statt.